„Haben Sie Adolf Hitler gesehen?“

Elbigenalp – „Offenes Lernen ist gut und recht, aber ein Frontalunterricht kann manchmal auch spannend sein“, ist der Direktor der Neuen Mit...

Elbigenalp –„Offenes Lernen ist gut und recht, aber ein Frontalunterricht kann manchmal auch spannend sein“, ist der Direktor der Neuen Mittelschule Lechtal, Josef Wildanger, überzeugt. Gerade deshalb begrüßt der Schulleiter Aktionen wie jene, die kürzlich in „seiner“ 4C-Klasse stattgefunden hat.

Dort war Robert Winkler aus Stanzach zu Gast. Er ist einer der letzten Zeitzeugen des Zweiten Weltkrieges. Mehr als authentisch beantwortete der 85-Jährige die brennendsten Fragen der Schüler. Direktor Wildanger, der selbst als Zuhörer im Klassenzimmer Platz genommen hatte, versucht seine Eindrücke in Worte zu fassen: „Unvorstellbar, was Robert Winkler als 16-jähriger Bursche mitgemacht, erlebt und wohl bis heute nicht verarbeitet hat.“

Haben Sie Adolf Hitler gesehen? Wo waren Sie im Krieg? Wie fühlt sich richtiger Hunger an? Haben Sie einen Menschen getötet? Welche Waffen haben Sie getragen? Haben Sie einen Orden bekommen? Wurden Sie verwundet? Haben Sie ein Konzentrationslager gesehen? Waren Sie in Gefangenschaft?

Die Schüler stellten Fragen über Fragen. Und Robert Winkler beantwortete sie – sehr emotional und lebendig. Im Wechselspiel zwischen heftig gestikulierend im Stehen und nachdenklich im Sitzen hat der rüstige Lechtaler die Schüler mit seinen Erzählungen in eine Zeit geführt, die schrecklicher und unmenschlicher nicht sein hätte können.

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„Der Mensch lernt wohl Geschichte, lernt aber nur wenig aus der Geschichte.“ Diese Erkenntnis gewannen Schüler, Lehrer und Direktor am Ende der spannenden Schulstunde. (TT, fasi)


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