Bezirksmesse muss um junge Besucher kämpfen

Der Werbe- und Ausstellungsverein Reuttener Bezirksmesse hat einen neuen Chef. Das Interesse der Mitglieder fiel bescheiden aus.

Von Simone Tschol

Reutte –„Die Publikumsmessen haben ihren Tiefpunkt von 2009 überwunden. Aber jetzt geht es darum, die Besucher zu mobilisieren und ihnen das Messeerlebnis schmackhaft zu machen“, meinte Georg Lamp, langjähriger Geschäftsführer der Congress und Messe Innsbruck, kürzlich bei einem Vortrag in der Reuttener Wirtschaftskammer. Lamp war als Gastredner zur Generalversammlung des Werbe- und Ausstellungsvereins Reuttener Bezirksmesse geladen und ließ die spärlich erschienenen Zuhörer an seinen Erfahrungen teilhaben. „Den Messen brechen vor allem die jungen Leute weg. Die sind mit einem normalen Messeangebot nicht hinterm Ofen hervorzulocken.“ Laut Lamp stecke gerade dort aber ein riesiges Potenzial. „Leider gibt es dafür noch keine Lösung“, seufzte Lamp.

Neben den großen Publikums- und Fachmessen hätten laut Lamp aber auch Bezirksmessen durchaus ihre Berechtigung, „weil sie versuchen, über diese Plattform das Angebot der Region darzustellen und die Kaufkraft zu bündeln“. Vor allem mittelständische Unternehmen könnten sich dort gut präsentieren und neue Kunden gewinnen. „Aber Regionalmessen müssen Pfeffer in die Sache bringen.“

Kaum hatte Lamp die Wirtschaftskammer wieder in Richtung Innsbruck verlassen, wurden die Neuwahlen durchgeführt. Dabei übergab Obmann Peter Nessler, der seit dem Rückzug von Graziella Herzog den Verein leitete, das Zepter an WK-Bezirksstellenleiter Wolfgang Winkler. Hartmann Rief trat das Amt des Kassiers an Christian Frick ab.

Winkler führt damit eine langjährige Tradition – nämlich dass der Bezirksstellenleiter der Wirtschaftskammer auch zugleich Obmann des Messevereins ist – fort.

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„Die Messe findet alternierend im Zwei-Jahres-Rhythmus statt und ist nächstes Frühjahr wieder geplant. Genaues Datum steht noch keines fest. Eines aber schon: Die Wirtschaftsmeile war ein Erfolg und deshalb soll an diesem Konzept auch festgehalten werden.“

Dass von den insgesamt 121 Vereinsmitgliedern gerade einmal knapp 20 den Weg in die Reuttener Wirtschaftskammer gefunden haben, ist für Neo-Obmann Winkler kein Grund zur Besorgnis. „Wenn kein Messejahr ist – und das ist heuer eben der Fall –, dann interessiert das kaum jemanden.“


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