Die Indianer haben Europa im Visier

Der aufgefrischte Jeep Grand Cherokee setzt zur Fortsetzung seines Höhenflugs an. Zugute kommt ihm vor allem ein aufgewerteter Innenraum, eine neue Achtgangautomatik und eine verschärfte Optik.

Von Beatrix Keckeis-Hiller

Sciacca –Noch gar nicht alt – gerade einmal knapp drei Jahre – ist die aktuelle Version des Jeep Grand Cherokee, und schon wurde er zur Auffrischungskur geschickt. Einer der Hintergründe ist der Verkaufserfolg des Vorjahres. 2012 wurden 700.000 Jeeps weltweit abgesetzt, damit feierte der Hersteller sein erfolgreichstes Jahr. Topmodell und Flaggschiff ist der Grand Cherokee. Er hat in Europa stark reüssiert als meistverkauftes Modell – mit einem Anteil von bis zu knapp 70 Prozent.

Nun hatten die 2009 geänderten Familienverhältnisse des Erzeugers – seither gehört Jeep zur Fiat-Gruppe – bereits 2010 eine deutliche Europäisierung des Amis bewirkt und damit eine Tendenz eingeleitet, die sich jetzt fortsetzt, denn die Indianer wollen Europa im Auge behalten.

Optisches Verlockungsmittel dafür sind Retuschen an der Front und am Heck, die bewirken, dass das für US-Verhältnisse mit 4,828 Metern kurze SUV nun niedriger und dynamischer wirkt. Dazu kommen Details wie die von LED-Tagfahrlicht-Leisten umrandeten Bi-Xenon-Frontscheinwerfer. Auch im Innenraum ist plakative Chrom-Opulenz einer Reihe von dezent(er)en, qualitativ hochwertigeren Materialien gewichen. Die können – gegen Aufpreis – mattes Holzdekor und feinporiges Leder sein. Gefällig auffallend ist die neue Instrumentierung mit individuell konfigurierbarem TFT-Display. Dazu kommt, als Zentrale fürs sprachgesteuerte InfotainmentsSystem „UConnect“, ein 8,4 Zoll großer Touchscreen.So weit, abgesehen von Einzelheiten wie neuen Felgen-Designs, die äußerlich sichtbaren Werte. Technisch herausragendstes Detail des Updates ist die neue Achtgangautomatik. Die stammt von ZF und wurde in Kooperation mit Jeep feinabgestimmt, im Hinblick auf Leistung, Komfort und Verbrauchs- reduzierung. Das unmittelbar spürbare Resultat ist stimmig, mit kurzen Schaltzeiten und kaum merkbaren Gangwechseln, egal, ob im forcierten Asphalt-Galopp oder auf ernsthaften Gelände-Passagen. Eine neue Qualität, die allen verfügbaren Grand-Cherokee-Motorisierungen serienmäßig zugutekommt.

Die Antriebspalette besteht aus einem Diesel in zwei Leistungsstufen: Der 3.0-V6-Multijet-Selbstzünder hat 190 oder 250 PS. Die Benziner-Fraktion leitet der 3.6-V6-FlexFuel mit 266 PS (Benzin/E85) ein. Bei den beiden größeren Brüdern handelt es sich um einen 5,6-Liter-V8 mit 352 PS und einen 6,4-Liter-V8 mit 468 PS. Die Verbrauchsbandbreite reicht von 7,5 l Diesel bis zu 14 l Benzin pro 100 km im Norm-Mix-Betrieb (CO2: 198 – 327 g/km). Je nach Ausstattungsstufe – Laredo, Limited, Overland, Summit und SRT (der Sporttyp) – sind die großen Cherokees mit jeweils einem von drei verfügbaren permanenten Allradsystemen ausgerüstet, ergänzt durch Luftfederung und Traktionsassistenzsysteme. Das Grand-Cherokee-Update beinhaltet auch eine Erweiterung um aktuelle elektronische Helferlein wie Kollisionswarner und Abstandstempomat.

Die Ab-Preise liegen zwischen 55.690 Euro für das Einstiegsmodell 3.0 V6 Multijet Laredo (190 PS) und 105.690 Euro für das Top-Modell 6.4 V8 HEMI SRT (468 PS). In Österreich werden voraussichtlich 90 Prozent der neuen Grand Cherokees dieseln. Ab Juli gehen die facegelifteten Indianer in unseren Gefilden auf die Jagd.


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