Düsentrieb wäre begeistert

Porsche bringt das weltweit erste Plug-in-Hybridmodell in der sportlichen Luxusklasse. Im neuen Panamera S E-Hybrid steckt ein Hightech-Cocktail der Extraklasse.

Von Walter Schrott

Hockenheim –Porsche hat wieder einmal die Nase vorn: Drei Jahre nach der Premiere des Parallel-Vollhybrids in den Modellen Cayenne und Panamera bringt die schwäbische Sportwagenschmiede jetzt mit dem Panamera S E-Hybrid den weltweit ersten Plug-in-Hybridler in der Luxusklasse. Der sportliche Anspruch der Marke bleibt dabei nicht auf der Strecke. Ein Porsche muss bei allen Bemühungen um ökologische Optimierung ein Porsche bleiben. Und schon die Eckdaten lassen dem Fan das Wasser im Mund zusammenlaufen: 5,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h und eine Spitze von 270 Sachen. Dazu eine Fahrdynamik, die keine Wünsche offen lässt.

Dass diesen eindrucksvollen Fahrleistungen ein Durchschnittsverbrauch von nur 3,1 Litern Sprit und ein CO2-Ausstoß von 71 Gramm pro 100 Kilometer gegenüberstehen, mögen Zweifler flugs ins Reich der Märchen verbannen. Doch die Porsche-Techniker haben in den neuen Öko-Sportler einen Hightech-Cocktail verpackt, der das alles möglich macht und selbst dem disneyschen Oberschlaumeier Daniel Düsentrieb noch volle Hochachtung abringen würde. Porsche erfüllt damit auch alle Vorgaben für die Euro6-Abgasnorm.

Satte 333 PS leistet der aufgeladene Dreiliter-Sechszylinder-Verbrennungsmotor, 95 PS steuert der Elektromotor bei. Ergibt eine echte Gesamt-Systemleistung von 416 PS. Die Kraftübertragung besorgt perfekt die bewährte 8-Gang-Automatik. Der Panamera setzt sich lautlos, aber auch nachdrücklich in Bewegung, der Elektromotor holt sich dabei die Kraft aus einer neu entwickelten Hochvolt-Lithium-Ionen-Batterie, die 9,4 Kilowattstunden leistet. Damit kann man im E-Power-Modus – je nach Fahr- stil und Streckenprofil – bis zu 36 Kilometer rein elektrisch fahren. Schon der E-Motor allein beschleunigt den rund 2,1 Tonnen schweren Edelsportler in 6,1 Sekunden auf 50 km/h und die „elektrische“ Spitze von 135 km/h ist konkurrenzlos. Jederzeit steht aber natürlich die volle Power­ zur Verfügung, wenn sich Benziner und E-Motor mit vereinten Kräften mächtig ins Zeug legen.

Wenn die Batterie erschöpft ist und der Verbrennungsmotor zum Dienst gebeten wird, ist der Panamera als konventioneller Hybridler teils elektrisch, teils benzingetrieben unterwegs. Dabei kann über den E-Charge-Modus die Batterie vom Ottomotor in 30 bis 45 Minuten wieder voll aufgeladen werden. Zusätzlich speist auch die Rekuperation (Energiegewinnung beim Bremsen) die Batterie mit Strom. Ganz einfach geht es daheim in der Garage. Den Panamera einfach an die Steckdose (normale Schukodose oder Starkstromdose) anschließen und in rund zweieinhalb Stunden steht die Batterie wieder voll im Saft. Wer unterwegs oder am Arbeitsplatz eine Steckdose zur Verfügung hat, ist ebenfalls bestens bedient. Das Ladegerät lässt sich aus der heimatlichen Wallbox-Ladestation abkoppeln und ist überall einsatzbereit. Und da tut sich schon eine interessante Rechnung auf. Wer von Montag bis Freitag täglich rund 35 Kilometer in die Firma und retour fährt – und das kann angesichts des Fahrzeugpreises eigentlich nur der Chef sein –, ist bei null Emission rein elektrisch unterwegs. Grüner geht’s nicht.

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Fazit: Bei Porsche bedeutet Hybrid weder Verzicht noch ist er eine Spaßbremse. Auch der Panamera S E-Hybrid ist ein faszinierender Gran Turismo, der souveräne Fortbewegung mit hohem Spaßfaktor verbindet. Nur eben sparsamer und umweltfreundlicher. Das hat natürlich seinen Preis. In Österreich sind für den edlen Schwaben 112.900 Euro fällig. Übermäßig oft wird er in unseren Breiten also nicht anzutreffen sein. Porsche Austria schätzt, dass heuer höchstens zwei bis drei Käufer beim Händler vorstellig werden.


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