Sportlicher Einstieg mit Honda CBR 500R

Honda hat mit der neuen Halbliter-Baureihe Einsteiger-Modelle geschaffen, die auch für Umsteiger interessant sein könnten.

Von Franz Farkas

Wien –Hondas CB 500 war jahrzehntelang der Hit der Mittelklasse, der luftgekühlte Zweizylinder verschwand aber ohne Ersatz 2002 sang- und klanglos in der Versenkung. Viele trauerten dem einfachen und preisgünstigen Bike nach, das ideal für den Einstieg in die Zweiradwelt war. Viele Bikes versehen heute noch den schweren Dienst in Fahrschulen, auch im Straßenbild ist der kleine Twin immer noch präsent. Nun hat Honda ein Einsehen und mit der CB-500-Baureihe gleich drei neue Modelle präsentiert, die mit ihren 48 PS perfekt in die neue Führerscheinlandschaft passen.

Die sportlichste Variante ist die „R“, die sich von der unverkleideten „F“ und der Crossover-Variante „X“ vor allem durch eine Vollverkleidung und einen niedrigen Lenker unterscheidet. Auf den ersten Blick wirkt sie wie eine verkleinerte Fireblade, wozu auch die Farbgebung einiges beiträgt.

Die erste Sitzprobe bestätigt wieder einmal, dass man bei Honda genau auf die Ergonometrie achtet. Da passt einfach alles, vom Abstand zu den Rasten bis hin zum Knieschluss am schmalen Tank. Man sitzt versammelt, aber nicht zu sportlich, der Lenker hat genau die richtige Höhe und Breite. Dank einer Sitzhöhe von nur 790 mm haben auch kurzbeinige Zeitgenossen keine Mühe, mit beiden Beinen den Boden zu erreichen.

Ein kurzer Zupfer am Gas entlarvt den nun wassergekühlten, kurzhubigen Zweizylinder als wahrhaft drehzahlgierig, wie befreit stürmt er in Richtung rote Zone am Drehzahlmesser. Diese beginnt bei 8500 Umdrehungen, bei 9000 Touren setzt der Begrenzer den Schlussstrich unter das Treiben. Dazwischen herrscht eitel Wonne, obwohl erwartungsgemäß erst im oberen Drittel des Drehzahlbandes mit ordentlicher Leistungsentfaltung zu rechnen ist. Darunter benimmt sich die Honda erwartungsgemäß gesittet, nervt nicht mit Vibrationen oder ähnlichem Unbill.

Auch der Rest vermittelt Fahrspaß ohne Reue. Das Fahrwerk, das übrigens für alle drei Modelle gleich ist, wirkt stabil, das Motorrad spielerisch im Handling. Wie ein Fahrrad lässt sich die 192 Kilogramm leichte CBR von einer Schräglage in die andere bringen, sicher auch ein Verdienst des mit 160 mm nicht zu breiten Hinterrades. Das ist für den Ungeübten ebenso leicht, wie der Profi seine Freude daran hat. Die Fahrwerksauslegung ist eher auf der komfortablen Seite, der Federweg jedoch etwas begrenzt. Freude gibt es auch mit der Bremsanlage, obwohl die Nissin-Zangen vorne nur mit je zwei Kolben in die Scheibe beißen. Hier wurde der Sparstift angesetzt, aber ohne beeinträchtigend zu wirken. Das gilt auch für die nicht verstellbaren Hebeleien und die ebenso nicht verstellbare Gabel.

Das Zentralfederbein ist zumindest in der Vorspannung verstellbar, jedoch wird sich das unterwegs mit dem im Bordwerkzeug mitgelieferten Hakenschlüssel kaum bewerkstelligen lassen. Dafür gibt es ein fein regelbares ABS ohne Aufpreis, hier setzt Honda Maßstäbe in der Einsteigerklasse. Aufpreispflichtig ist nur ein Heizgriffset für Ganzjahresfahrer.

Für Einsteiger gedacht ist darüber hinaus der Preis, den Händler verlangen. Mit 6990 Euro ist die CBR 500R ein günstiges Angebot, die unverkleidete „F“ liegt sogar noch einen Tausender darunter.


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