Gemeindeführung mit TVB im Clinch

Der Bucher Bürgermeister und sein Vize kritisieren, dass der TVB Silberregion Karwendel als Wegerhalter des Wasserfallwegs nicht die vollen Sanierungskosten trägt. Der TVB wehrt sich. Der Weg ist noch gesperrt.

Von Angela Dähling

Buch, Schwaz –„Die Gemeinde Buch ist das Stiefkind der Silberregion ... Das Problem ist, sie wird von drei heiligen Königen regiert.“ Mit Worten wie diesen machte der Bucher Vizebürgermeister Walter Wallner bei der letzten Gemeinderatssitzung seinem Ärger über den Tourismusverband Silberregion Karwendel und dessen Führungsriege Luft.

Anlass war der Wasserfallweg in Buch. Der wurde im Vorjahr nach einem Felssturz gesperrt und aufgrund von Beschädigungen sowie Holzarbeiten auch nicht mehr geöffnet. Und zwar bis heute nicht. „Kürzlich habe ich einen Folder vom TVB bekommen, wo der Weg beworben wird, obwohl er nicht begehbar ist“, übte auch Bürgermeister Otto Mauracher Kritik. Der Gemeindechef berichtete, dass die Gemeinde dem Wunsch des TVB nach einem geologischen Gutachten nachgekommen sei. Aufgrund dessen habe der TVB nun 25.000 Euro für die Wegsanierung veranschlagt. Doch dafür wolle er nicht allein aufkommen. „Der TVB ist der Wegerhalter und muss rechtlich dafür geradestehen“, meinte Wallner und Mauracher ergänzte: „Es ist nicht in unserem Sinn, dass der Weg heuer auch wieder gesperrt ist, aber die Kompetenz liegt bei der Silberregion.“ Sie sei bisher immer für die Wegerhaltungskosten aufgekommen. Wie viel die Gemeinde zahlen soll, wisse man allerdings nicht. Wenn die Gemeinde mitfinanziere, sei sie in der Pflicht, lauteten die Bedenken. Daher konnten etliche Mandatare dem Vorschlag von GR Dietmar Ritzberger etwas abgewinnen, dem TVB mitzuteilen, dass dieser den Wasserfallweg unverzüglich instand zu setzen habe, und ihm diesbezüglich eine Frist zu setzen mit dem Hinweis, nur dann könne die Gemeinde ihn wieder öffnen.

Die Bucher TVB-Ortsausschussobfrau Hilda Paregger, die Ersatzgemeinderätin der VP-Opposition ist, kann die Kritik am TVB nicht nachvollziehen. „Der TVB hat nie gesagt, er zahlt nichts. Und es wurde noch nie darüber geredet, wie viel die Gemeinde zahlen soll. Dass sie nichts zahlt, wird aber auch nicht gehen“, meint Paregger gegenüber der TT. Schließlich seien geschätzte 20 Prozent der Wegbenützer Gäste und 80 Prozent Einheimische. Ausgemacht worden sei, dass zunächst eruiert werden sollte, ob es von dritter Seite Zuschüsse gibt.

TVB-Vorstand Ferdinand Angerer kritisiert, dass der TVB als Buhmann hingestellt werde. Der TVB werde mit Sicherheit für die Sanierung zahlen. Für ihn sei die Übernahme bis zur Hälfte der Kosten vorstellbar. Darüber müsse man halt reden. „Es laufen auch Gespräche mit dem Planungsverband, einen Fonds für Katastrophenschäden einzurichten, aus dem ebenfalls gezahlt werden würde“, sagt Angerer. Der TVB habe insgesamt 60.000 bis 70.000 Euro für Wegsanierungen zur Verfügung. Seine Gemeinde Weerberg habe die Sanierung eines Hängebrückenweges ohne TVB-Gelder bezahlt.


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