„Wie ein Herzanfall“ - Klopps Kummer über Götze-Wechsel

Der Dortmund-Trainer wurde vom Abschied des DFB-Teamspielers, der noch nicht ins BVB-Mannschaftstraining eingestiegen ist, schwer geschockt

Dortmund – Die Entscheidung von Mario Götze, im Sommer aus Dortmund zum FC Bayern zu wechseln, hat Jürgen Klopp tiefer getroffen als bisher eingestanden. „Es war wie ein Herzanfall“, bekannte der Dortmunder Trainer in einem Interview der englischen Zeitung „Guardian“. Die von BVB-Sportdirektor Michael Zorc einen Tag nach dem 3:2 im Viertelfinale der Champions League gegen Malaga überbrachte Nachricht habe ihn tief getroffen. Klopp: „Michael Zorc lief auf dem Trainingsgelände herum, als sei jemand gestorben.“

Ein erstes Angebot der Vereinsspitze, mit ihm am Abend über den Verlust von Götze zu reden, habe er abgelehnt: „Ich sagte: Nein, ich will allein sein. Morgen werde ich wieder zurück im Rennen sein.“ Darüber hinaus habe er eine Einladung zu einer Filmpremiere mit dem Schauspieler und Klopp-Freund Wotan Wilke Möhring in Essen kurzfristig abgesagt. „Ich habe meiner Frau gesagt: Keine Chance, ich kann heute Abend nicht ausgehen.“

Ähnlich bestürzt wie Klopp habe auch die Mannschaft auf die Nachricht vom Götze-Wechsel reagiert. Einige Spieler hätten nicht schlafen können. „Das ist die Wahrheit. Ich habe sechs oder sieben Spieler angerufen, von denen ich wusste, dass sie in ihrem Herzen tief getroffen waren.“

Götze und Hummels noch nicht im Mannschaftstraining

Die Rückkehr von Götze in das Mannschaftstraining von Borussia Dortmund lässt weiter auf sich warten. Anders als geplant begnügte sich der Jungstar am Dienstagmorgen mit individuellen Laufeinheiten. Dennoch bleiben alle Beteiligten zuversichtlich, dass Götze im Champions-League-Finale am 25. Mai in London gegen Bayern München einlaufen kann. Der künftige Bayern-Profi hatte sich im Halbfinal-Rückspiel der europäischen Königsklasse bei Real Madrid am 30. April einen Muskelfaserriss an der Oberschenkelrückseite zugezogen.

Dagegen musste Mats Hummels am Dienstag beim Trainingsstart in die Finalwoche passen. Eine Bänderdehnung im Außenband zwang den Abwehrchef zu einer Pause. Dennoch ist der Einsatz von Hummels im Duell mit den Bayern nach Meinung der Mannschaftsärzte realistisch. Die Belastungen sollen bei ihm in den kommenden Tagen behutsam gesteigert werden. (APA/dpa)


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