Goldrausch soll weiter anhalten

Gold und Silber sind zuletzt billiger geworden, langfristig dürfte die Rallye aber nicht zu Ende sein.

Innsbruck –In den vergangenen Tagen und Wochen haben Gold und Silber an den Finanzmärkten stark an Strahlkraft eingebüßt. „Gerade beim Gold hat sich der Preisverfall seit etwa einem Monat noch einmal dramatisch verschärft“, erklärt Herbert Schmarl, Fondsmanager und Anlageexperte der Tirolinvest. Anfang der Woche ist der Goldpreis weiter auf 1350 US-Dollar (ca. 1049 Euro) je Feinunze (31 Gramm) abgesackt. Damit kostet das Edelmetall um mehr als 300 Dollar weniger als vor drei Monaten. Auch Silber verbilligte sich weiter auf 20,90 US-Dollar je Feinunze (ca. 16,24 Euro), den tiefsten Stand seit zweieinhalb Jahren und 60 Prozent unter seinem Höchststand.

„Es ist davon auszugehen, dass beim Gold der Aufwärtstrend noch nicht beendet ist“, sagt Schmarl. Der Preiscrash im April, einer der größten Wertverluste beim Gold in der Geschichte, sei überwiegend auf einen technischen Trend zurückzuführen. „Anleger, die vor allem über Derivate in Gold investieren, haben bei der Preisgrenze von etwa 1520 US-Dollar je Feinunze automatisch verkauft“, erklärt der Anlageprofi. Außerdem sei nun, wo nicht mehr täglich vom Auseinanderbrechen der Eurozone die Rede sei, Gold nicht mehr so stark als sicherer Hafen gefragt. Dennoch sei ein weiterer Preisschub absehbar: „Die tiefen Zinsen machen Gold wieder attraktiver“, ist Schmarl überzeugt und rät gerade jetzt zu Käufen. Er geht davon aus, dass der Goldpreis ab 2014 wieder anziehen wird.

Silber „als kleiner Bruder des Goldes“ sei vor allem aufgrund seiner Bedeutung als Rohstoff in der Industrie noch stärkeren Schwankungen ausgesetzt. Auf lange Sicht dürfte Silber parallel zum Gold wieder teurer werden. (bea)


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