Bienenzüchter beklagen Verluste wegen Spritzmitteln

Imker aus dem Bezirk Landeck werfen den Obstbauern vor, während der Bienenflugzeiten zu sprühen. Funktionäre der Obstbauern wehren sich.

Von Helmut Wenzel

Landeck –Imker des Bienenzuchtvereins Grins-Pians-Tobadill, aus Fließ und Prutz sehen sich an die Schäden der vergangenen Jahre erinnert: Einige hätten wegen des drastischen Bienensterbens Einbußen von bis zu 10.000 Euro einstecken müssen.

„Das wäre alles vermeidbar, wenn sich alle Obstbauern an die Richtlinien beim Versprühen der Spritzmittel halten würden“, zeigt der Imker Thomas Weiskopf auf. Er und weitere Zunftkollegen aus dem Bezirk üben scharfe Kritik an den Obstbauern, die ohne Rücksicht auf Verluste während der Bienenflugzeiten meistens direkt in die Blüten spritzen würden. „Die Folge ist, dass die Bienen während des Fluges verenden.“

Auch das Gebot, so genannte Unterkulturen zu mähen, werde missachtet. In diesem Fall würden die Bienen zum Beispiel mit bespritzten Löwenzahnblüten in Berührung kommen. Sehr wohl gebe es Obstbauern, die sich an die Richtlinien halten würden, betont Weißkopf. „Faktum ist, dass wir heuer bereits zahlreiche geschwächte Bienenvölker haben.“

Einer der Imker hat vor wenigen Tagen eine Anzeige bei der BH Landeck gemacht, aber noch keine Reaktion der Behörde bekommen. Der Leiter der Umweltabteilung, Manuel Wolf, klärt auf: „Wir gehen jeder Anzeige nach, schwierig ist jedoch die Beweissicherung. Die Erwartung der Imker, dass am selben Tag ein Sachverständiger zur Beurteilung der Situation kommt, können wir allerdings nicht erfüllen.“ Schadenersatz müssten die Bienenzüchter unter Vorlage von Beweismitteln beim zuständigen Gericht einfordern.

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Die Obst- und Gartenbauvereine weisen die Vorwürfe der Imker vehement zurück. „Wir machen laufend Schulungen und informieren unsere Mitglieder über die Bedeutung der Biene“, erklärte Gerhard Walter, Obmann des Landecker Vereins, am Dienstag. Dass es einzelne schwarze Schafe gebe, könne er allerdings nicht ausschließen. Die Vereinsmitglieder würden ausschließlich zugelassene Spritzmittel verwenden. „2014 werden für uns die Richtlinien noch restriktiver, da müssen Erwerbsobstbauern einen Spritzmittelführerschein machen“, weiß Walter.

Der bezirksweite Obst- und Gartenbauverein mit Obmann Harald Waldner nimmt seine rund 1000 Mitglieder ebenfalls in Schutz: „Jeder von ihnen muss ein Spritzmittelbuch führen, das auch überprüft wird.“ Auf Nichtmitglieder, etwa einzelne Kleingärtner, habe man keinen Einfluss.


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