Die Herren der Emotionen

Einen Blick hinter die private Fassade – den gewähren Promis nur in den allerseltensten Fällen. Zwei Herren sprachen jetzt aber ganz offen über ihre Gefühle.

Los Angeles, Cannes –„Wo viel Gefühl ist, ist auch viel Leid.“ Weise Worte, die einst Leonardo da Vinci (†1519) tätigte – und die sowohl Schauspieler Michael Douglas als auch Sänger Jon Bon Jovi ohne Weiteres bestätigen würden. Wissen diese beiden Herren doch nur zu gut, was es heißt, eine Achterbahn der Gefühle zu erleben.

Vor der Kamera mimte er immer den starken Mann. Doch offenbar kann und will Douglas die Rolle nicht mehr länger spielen. Im Rahmen der Filmfestspiele in Cannes zeigte er sein zweites „Ich“, den ernsten und vor allem den sehr privaten Douglas. Als er sich gestern bei einer Pressekonferenz daran erinnerte, wie US-Regisseur Steven Soderbergh ihm vor einiger Zeit die Rolle des Entertainers Liberace anbot, geriet der 68-Jährige nämlich ins Stocken. „Für mich war das ...“, sagte er noch, bevor seine Stimme versagte und ihm Tränen in die Augen stiegen. „Das war nämlich gleich nach meiner Krebserkrankung – und dann bekam ich dieses wunderbare Geschenk. Ich bin Steven (Soderbergh) und (Produzent) Jerry (Weintraub) und all den anderen unendlich dankbar, dass sie auf mich gewartet haben!“ Danach brach er erneut ab und rang einige Momente lang um Fassung. Bekanntlich war Douglas an Kehlkopfkrebs erkrankt und hatte erst vor rund zwei Jahren verkündet, die Krankheit besiegt zu haben. Doch damit war das Gefühlschaos noch lange nicht zu Ende, denn auch von seiner Ehefrau Catherine Zeta-Jones, die sich wegen Depressionen in der Klinik behandeln lässt, gibt es emotionale Nachrichten: nicht nur, dass sie das Spital wieder verlassen konnte – „sie macht einen wirklich guten Job, um ins Gleichgewicht zu kommen. Ich bin stolz auf sie“, freut sich Douglas.

Mit Emotionen der ganz andere Art musste bzw. muss hingegen Jon Bon Jovi kämpfen. Wie berichtet, wurde seine Tochter Stephanie Rose Ende letzten Jahres mit einer Heroin-Überdosis ins Krankenhaus gebracht. Im Interview mit der Zeitung The Mirror erinnerte sich der 51-Jährige jetzt an das erste Telefongespräch, das er nach dem Zwischenfall mit der 19-Jährigen führte. „Es war schrecklich, ein schrecklicher Moment. Es war der schlimmste Moment in meinem Leben als Vater. Sie sagte zuerst, dass es ihr gut gehe, aber dann erklärte sie, was passiert war.“

Zugleich nützte der Sänger die Gelegenheit, um anderen Eltern, die Ähnliches erlebt haben, sein Mitgefühl auszusprechen. „Wir haben etwas durchgemacht, was viele Eltern erleben mussten, viel mehr, als ich dachte.“ (dpa, gala.de, kew)


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