„Der Protest ist hip geworden“

Die indische Künstlerin Shilpa Gupta beschäftigt sich in der Taxisgalerie mit dem globalen Klima der Angst. Ein Gespräch über Gewalt an Frauen, Protestkultur und die Rolle der Medien.

Von Ivona Jelcic

Innsbruck –Die Bedrohung ist eine Mauer, gebaut aus wohlriechenden Seifenstücken. Man mag sich trotzdem nicht in Sicherheit wiegen, jedenfalls nicht vor der Demaskierung von irrationalen Ängsten, Kontrolldenken, Macht- und Geschlechterverhältnissen, dem Einfluss der Medien. In Videos, Fotografien, Installationen und Objekten bearbeitet Shilpa Gupta, geboren 1976 in Mumbai, ein Themenfeld, das zwischen Politik und Alltag, persönlichem und globalem Bewusstsein changiert. Was etwa bei Flugsicherheitskontrollen konfisziert wird, ergattert sie auf ungeheuer komplizierten Wegen, macht dabei Erfahrungen mit den geschlossenen Systemen der internationalen Flughäfen und näht die großteils höchst bizarren „Confiscated Objects“ in unschuldige Leinenstoffe ein. Gupta lässt Menschen die Konturen ihrer Länder zeichnen und hinterfragt so die Definition des Nationalstaats oder lässt die blinden Flecken der Geschichtsschreibung als langes, leeres Blatt aus einem Buch quellen.

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