AT&S schließt Werk in Klagenfurt, 109 Jobs gehen verloren

AT&S schließt seine Fabrik in Klagenfurt. Vorstand Gerstenmayer sieht keine betriebswirtschaftlichen Grundlagen für eine Weiterführung.

Klagenfurt – Die börsenotierte AT & S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft hat den Produktionsstandort in Klagenfurt im Jahr 2003 mit rund 100 Mitarbeitern aus der insolventen AIK Electronics Austria übernommen. „Wir müssen es leider nun endgültig schließen“, sagte Gerstenmayer am Dienstag zur APA. Aus der Ergebnis- und Marktentwicklung sei es nicht mehr möglich, den Standort weiterzuführen. Der Standort Klagenfurt wirtschafte nicht kostendeckend.

Laut der im Firmencompass veröffentlichten Bilanz der AT & S Klagenfurt Leiterplatten GmbH sank der Umsatz von 2011 auf 2012 von 16,3 auf 13,5 Mio. Euro. Der Bilanzverlust stieg von 300.000 auf 1,45 Mio. Euro.

Einfachste Technologie

Das in Kärnten hergestellte Produkt, einseitige Leiterplatten, sei die einfachste Technologie im Leiterplattenmarkt und die Produktion sei daher in den vergangenen zehn Jahren immer stärker nach Asien verlagert worden. Nur mehr fünf Prozent würden derzeit in Europa gefertigt. Im AT&S-Konzern würden einseitige Leiterplatten allerdings auch nicht in Asien, sondern nur mehr am Kärntner Standort produziert, erläuterte Gerstenmayer. Andere Standorte seien also von der Entscheidung nicht betroffen.

Neben dem Verlagerungseffekt sei auch der Bedarf nach einseitigen Leiterplatten gesunken. Großserien würden aufgrund des Kostendrucks ausschließlich in Asien gefertigt. Das Marktsegment für einseitige Leiterplatten in Europa sei immer kleiner geworden.

Die Schließung des Werks hat die Unternehmensführung heute der Kärntner Landesregierung angekündigt, sagte Gerstenmayer. Mit der Landesregierung, dem Arbeitsmarktservice AMS, der Arbeiterkammer und dem Betriebsrat wolle das Unternehmen Gespräche führen um einen „sinnvollen Sozialplan“ zu erarbeiten. Das Unternehmen werde einen Sozialplan in „vertretbarer Größenordnung“ unterstützen.

Starke Investitionen in China

Die AT&S mit Stammwerk in Leoben-Hinterberg hat in den letzten Jahren stark in China investiert. Sie steht zu 21,51 Prozent im Besitz der Privatstiftung des Unternehmers und Ex-Finanzministers Hannes Androsch, 17,74 Prozent hält die Dörflinger-Privatstiftung. Im Eigentum des Unternehmens stehen 9,95 Prozent der Aktien, im Streubesitz sind 50,80 Prozent. (APA)


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