Vorstand bestätigt SPÖ-Chef Reheis als Oppositionsführer

Nach stundenlanger Debatte sprach sich der Parteivorstand gegen einen Wechsel von Reheis in den Nationalrat aus. Gasteiger wird Parteimanager.

Von Peter Nindler

Innsbruck – Eine Sitzung jagte gestern in der Tiroler SPÖ die andere. Formal ging es nur um die Wahl des Bundesrats, doch im Hintergrund tobte ein Machtkampf. In der Vorwoche war der bisherige Klubchef Hans-Peter Bock vom Landtagsklub mit 3:2 Stimmen gegen Klaus Gasteiger als Bundesrat nominiert worden. Danach gingen die Wogen hoch, schließlich wäre dabei nicht nur der Kaltenbacher Bürgermeister, sondern auch das gesamte Unterland nach der Landtagswahl leer ausgegangen. Einzig der Radfelder Bürgermeister Josef Auer hat ein Mandat: Er sitzt im Nationalrat.

Seit Tagen rang deshalb Parteiobmann Gerhard Reheis mit einer Entscheidung. Die künftige Zusammensetzung des SPÖ-Landtagsklubs wurde zu einer Zerreißprobe. Schließlich wollten LA Elisabeth Blanik und Thomas Pupp, der in Innsbruck ein Direktmandat erreicht hat, nicht auf Gasteiger verzichten. In der neuen Rolle der SPÖ auf der Oppositionsbank traute man ihm am ehesten ein kantige Oppositionspolitik zu.

Zu Pfingsten spitzte sich die Situation zu, der Druck auf den Parteiobmann wurde größer. Eine Personalrochade stand im Raum: Reheis sollte im Herbst als Tiroler SP-Spitzenkandidat für die Nationalratswahl kandidieren, für ihn Klaus Gasteiger in den Landtag nachrücken. Sah es Dienstagvormittag noch so aus, als ob diese Variante vom Tisch wäre, so stand sie am Nachmittag nach der Klubsitzung plötzlich erneut zur Debatte.

Reheis suchte offenbar einen Ausweg aus der sich anbahnenden Krise. Am Abend stellte er dann im Parteivorstand beide Möglichkeiten zur Diskussion: den Verbleib als Klubobmann und einen Wechsel nach Wien. Das Machtwort der Funktionäre fiel jedoch klar aus. Reheis soll die Reform der SPÖ vor Ort als Oppositionsführer im Landtag vorantreiben. Bock wurde als Bundesrat bestätigt, sein Stellvertreter ist Hasan Duran. Aber auch Gasteiger ging nicht leer aus. Der Zillertaler wird neben Christine Mayr zweiter Geschäftsführer der SPÖ. „Er übernimmt die politische Rolle“, sagte Reheis gegenüber der TT. Er zeigte sich beeindruckt vom enormen Rückhalt in der Partei, „der mir die Aufgabe als Oppositionschef erleichtert“. Auch für die anstehenden Reformen in der SPÖ sei dieser Vertrauensbeweis wichtig.

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