Japanisches Parlament billigt Vertrag gegen Kindesentführungen

Als letzter G-8-Staat hat Japan dem Vertrag von 1980 nun doch zugestimmt.

Tokio - Nach jahrzehntelangem Widerstand hat das japanische Parlament am Mittwoch einen internationalen Vertrag gegen Kindesentführungen gebilligt. Japan ist der letzte der acht führenden Industriestaaten (G-8), der dem Haager Kindesentführungsübereinkommen aus dem Jahr 1980 noch nicht beigetreten ist. Das Abkommen sieht vor, dass Staaten Kinder, die aus anderen Ländern entführt worden sind, wieder in ihre Heimat zurückbringen müssen.

In dem Übereinkommen geht es um das Sorgerecht für Kinder aus Familien, die sich getrennt haben. Hunderte Elternteile aus Europa, Nordamerika oder anderen Regionen sind bisher ohne rechtliche Möglichkeiten, um die vom anderen Elternteil - zumeist Müttern - nach Japan gebrachten Kinder zurückzubekommen. Anders als in westlichen Ländern wird ein gemeinsames Sorgerecht in Japan nicht anerkannt, und die Gerichte sprechen das Sorgerecht fast immer den Müttern zu.

Vor Inkrafttreten des Abkommens müssen noch administrative Hürden genommen werden, die Ratifizierung ist bis Ende des Jahres vorgesehen. Zudem soll sichergestellt werden, das die Elternteile in Japan ihre Kinder behalten dürfen, wenn sie das Risiko sehen, dass diesen beim anderen Elternteil häusliche Gewalt oder Missbrauch drohen. (APA/AFP)


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