Stunde null für Projekt Panoramabad

Der Vertrag für den Schwimmbadneubau zwischen der Firma Solida, Gemeinde Söll und Tourismusverband ist aufgelöst. Ein Nachfolgeprojekt ist derzeit jedoch noch nicht in Sicht.

Von Wolfgang Otter

Söll –Erleichterung. Die ist dem Söller Bürgermeister Hans Eisenmann anzumerken, während er über die neueste Entwicklung in Sachen Projekt „Panoramabad neu“ berichtet. Statt eines jahrelangen Juristenduells vor Gericht gibt es eine einvernehmliche Lösung: Der Vertrag zwischen der Firma Solida Raiffeisen-Immobilien-Leasing GmbH und der Söller Infrastrukturgesellschaft GmbH sowie der Gemeinde Söll für die Errichtung einer neuen Freizeitoase wurde einvernehmlich aufgelöst. Die Schattenseite dabei ist, dass damit die Gemeinde bei der Errichtung eines neuen Freizeitzentrums wieder bei null beginnen muss. Trotzdem ist der Ausstieg für den Gemeinderat und den Tourismusverband, welche gemeinsam die Infrastruktur GmbH bilden, auch ein Erfolg: Sie müssen keine bislang angefallenen Kosten für die Planung etc. mittragen. Solida habe sich sogar mit einem nicht unbeträchtlichen Sümmchen freigekauft, wie Eisenmann erzählt. Die genaue Höhe möchte er nicht beziffern.

Dabei hatte alles so gut begonnen: Mit der g1-Bädergruppe war ein Betreiber und mit der Raiffeisentochter Solida eine Finanzierende gefunden. Gemeinde und TVB hätten die Baukosten von rund 10,5 Mio. Euro 20 Jahre lang mit einer Pacht abgestottert. Um allfällige Betriebsabgänge hätte sich die öffentliche Hand nicht kümmern müssen, die wäre zu Lasten der g1-Betreibergesellschaft gegangen. Dann ging plötzlich die Errichtergesellschaft der g1 in Konkurs, damit kam das Projekt, das zudem teurer geworden wäre, ins Wanken. Mehr Geld wollte die Gemeinde nämlich nicht in die Hand nehmen, daher wurde die Klage auf Einhaltung der Verträge vorbereitet. Der Streitwert wäre auf 8,5 Mio. Euro festgelegt gewesen. „Damit kam es noch einmal zu Gesprächen“, berichtet Eisenmann. Besonders die Raiffeisen-Landesbank als Mitbesitzerin der Solida habe vermittelt – mit dem Ergebnis der einvernehmlichen Lösung.

Bei der Firma Solida bestätigt man den Vertragsausstieg und spricht von einer partnerschaftlichen Lösung und fügt an: „Der weitere Projektverlauf liegt nunmehr ausschließlich im Einflussbereich der Gemeinde Söll.“ Und diese will zügig neu planen. Dieser Tage fahren bereits die Abbruchmaschinen vor dem Bad auf. „Bis zum Sommer soll hier ein Parkplatz entstehen“, weist Eisenmann auf ein neben dem Hallen- und Freibad gelegenes Projekt hin: der Ahornsee, ein Speichersee für die Beschneiung der Söller Bergbahnen, in dem sich im Sommer die Badegäste tummeln können. Eine entsprechende Infrastruktur für diese Einrichtung wurde vom Gemeinderat bereits genehmigt. Wie es mit dem Winterangebot weitergeht, ist für Eisenmann derzeit komplett offen. Angedacht sei ein Freizeitzentrum mit einer Wasserfläche.

TT-ePaper gratis lesen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Jetzt testen
TT ePaper

Kommentieren