Deutscher ließ verletzte Ehefrau Tage im Bad liegen - Geldstrafe

Die Frau erlitt nach einem Stoß des Mannes einen Oberschenkelbruch. Die Rettung hat der Ehemann erst nach zwei Tagen verständigt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Symbolfoto.
© Hetfleisch

Innsbruck - Wegen schwerer Körperverletzung ist ein Deutscher am Mittwoch am Innsbrucker Landesgericht zu einer Geldstrafe von 3.600 Euro verurteilt worden. Dem 79-Jährigen wurde vorgeworfen, im Februar seine Ehefrau im Zuge eines Streits gestoßen zu haben, wodurch sie einen Oberschenkelbruch erlitt. Erst zwei Tages später soll der Mann die Rettung verständigt haben. Das Urteil ist vorerst nicht rechtskräftig, der Staatsanwalt gab keine Erklärung ab.

Der Angeklagte, der mit seiner Frau im Tiroler Bezirk Schwaz lebt, legte vor Richter Norbert Hofer ein umfassendes Geständnis ab, weswegen die Hälfte der Geldstrafe bedingt nachgesehen wurde. Trotzdem war für den Richter eine Verurteilung unvermeidbar. „Sie hatten zumindest einen Misshandlungsvorsatz“, sagte Hofer. Mit einer derartigen Verletzung wie einem Oberschenkelbruch sei zu rechnen gewesen.

Der Beschuldigte gab an, seine Ehefrau im Zuge eines Streits mit beiden Händen zu Boden gestoßen zu haben. Weil die Frau danach nicht mehr selbstständig gehen konnte, habe er ihr beim Aufstehen geholfen und sie ins Bad begleitet, erzählte der Deutsche. Dort sei sie zwei Tage neben der Badewanne gelegen. „Sie wollte nicht, dass ich die Rettung rufe. Sie meinte, dass es schon wieder werden würde“, beteuerte der Angeklagte.

Aufgrund eines Schockzustandes sei es dem 79-Jährigen nach eigenen Angaben nicht möglich gewesen, die Rettung zu rufen. „Ich wusste nicht mehr, wo hinten und vorne ist, ich war nicht imstande, etwas zu unternehmen“, sagte der Mann. Der Richter ließ diese Erklärung jedoch nicht gelten. „Zwei Tage lang nicht die Rettung zu rufen ist mit einem Schockzustand nicht mehr zu erklären“, meinte Hofer. (APA)

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