Handel soll beim Preis Milch geben

Österreichs Molkereien wollen höhere Verkaufspreise fixieren. Den Vorwurf von Absprachen weisen sie zurück.

Wien –Eine höhere Milchmenge und niedrigere Verkaufspreise für Milchprodukte haben Österreichs Molkereien ein „wechselhaftes Jahr“ 2012 beschert. Die Umsätze blieben mit 2,2 Mrd. Euro unverändert, die Milchanlieferung stieg hingegen um 2,1 Prozent auf den neuen Rekord von 2,97 Mio. Tonnen. Dies gab die Vereinigung Österreichischer Milchverarbeiter (VÖM) bekannt.

Höhere Nachfrage aus dem Ausland pushte die Exporte um 7,5 Prozent auf 1,04 Mrd. Euro. Damit konnte ein leichtes Absatzminus im Inland gedämpft werden. Die Molkereien erzielen bereits knapp die Hälfte ihrer Umsätze im Export. Kritik übten die Molkereien an der „Aktionitis“ des Handels und den Preisvergleichen der AK. „Höchste Qualität zum billigsten Preis gibt es nicht“, mahnte VÖM-Präsident Helmut Petschar.

Nach Preissenkungen 2012 wollen die Molkereien wieder höhere Verkaufspreise mit dem Handel ausverhandeln. Der Preis für Milch mit 3,7 Prozent Fettgehalt (ohne Steuern) ging von 34,03 auf 32,49 Cent/kg zurück. Wegen Überlieferung der Milchquote 2012/13 müssen die Milchbauern eine Strafe von mehr als 30 Mio. Euro nach Brüssel überweisen.

Den Vorwurf von Preisabsprachen wies Petschar zurück. Die Molkereien würden zu Unrecht von der Bundeswettbewerbsbehörde verfolgt. Bei den Ermittlungen gehe es um Aktionszeiträume oder um Aktionsexklusivverträge.

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Zuletzt fand eine Serie von Hausdurchsuchungen in der Lebensmittelbranche statt. Das Kartellgericht hat Bußgelder gegen Tirol-Milch-Mutter Berglandmilch (1,125 Mio. Euro) und die Billa-Mutter Rewe (20,8 Mio. Euro) verhängt.

Der Umsatz der Berglandmilch, Österreichs größter Molkerei, stieg im Vorjahr um 3 % auf 855 Mio. Euro. (APA)


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