Österreich im Heiratsfieber – Tiroler sagen am öftesten „Ja“

Der Heiratsboom in Tirol reißt nicht ab, die Zahl der Eheschließungen steigt österreichweit. Scheidungen werden hingegen zunehmend seltener. Der einstige „Hochzeitsmonat“ Mai ist nicht mehr Nummer eins.

Innsbruck – Herr und Frau Österreicher trauen sich wieder öfter: Im Vorjahr wurden laut Statistik Austria 38.592 standesamtliche Ehen geschlossen – das sind 5,9 Prozent mehr als 2011. Besonders häufig schritt man in Tirol zum Altar: Hier wurden im Vorjahr 3202 Paare getraut, was ein Plus von 10,2 Prozent ergibt.

Bevor man sich überhaupt zum Bund fürs Leben durchringt, wird jedoch immer länger geprüft und ausprobiert, Braut und Bräutigam werden immer älter. Tiroler sind am Tag ihrer Erstheirat noch etwas älter als der Durchschnitts-Österreicher. Die durchschnittliche Tirolerin schließt mittlerweile im Alter von 30,2 Jahren den Bund der Ehe (Österreich: 29,8), der Bräutigam ist im Schnitt 32,8 Jahre alt (Österreich: 32,2). Österreichweit ist das Erstheiratsalter innerhalb eines Jahres um jeweils etwa drei Monate gestiegen.

Plus in fast allen Bundesländern

Auch in den anderen Bundesländern geben sich teils deutlich mehr Paare das Ja-Wort als noch 2011. In Niederösterreich trauten sich 8,8 Prozent mehr Paare, gefolgt von Oberösterreich (8,5), Vorarlberg (8,1), Kärnten (6,8) und der Steiermark (6,2). Unterdurchschnittlich steigende Eheschließungszahlen wurden in Salzburg (5,0) und in Wien (0,4) verzeichnet.

Lediglich im Burgenland ging die Zahl der Eheschließungen um 0,9 Prozent leicht zurück. Die Scheidungsrate stieg dort außerdem relativ stark an: 2012 gingen im östlichsten Bundesland 7,3 Prozent mehr Ehen in die Brüche als noch im Jahr davor. Bundesweit betrachtet bleiben die Paare nun aber eher zusammen. Zwar wurden knapp 17.000 Ehen geschieden, das sind aber um 1,7 Prozent weniger als im Jahr davor. Die Gesamtscheidungsrate (die Wahrscheinlichkeit, dass eine jetzt geschlossene Ehe vorzeitig endet) blieb mit 42,5 Prozent nahezu unverändert (2011: 43 Prozent). In Wien ist sie am höchsten (49,7), in Tirol am niedrigsten (36,3).

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Scheidung in Tirol nach durchschnittlich 12 Jahren

Insgesamt 1156 Tiroler Paare ließen sich im Vorjahr scheiden, das bedeutet einen Rückgang von 4,9 Prozent. Eine geschiedene Ehe hielt in Tirol durchschnittlich 12,4 Jahre und damit fast zwei Jahre länger als im Österreich-Schnitt (10,6 Jahre). Spitzenreiter ist hier wiederum das Burgenland, wo Ehepaare durchschnittlich 13,1 Jahre zusammenbleiben, bevor sie sich trennen. Am schnellsten lassen sich Paare in Wien scheiden (8,3 Jahre).

Innerhalb des ersten Ehejahres wurden 1,7 Prozent geschieden. Insgesamt erfolgte fast die Hälfte aller Trennungen im ersten Jahrzehnt. Jedes achte Ehepaar trat erst nach der Silberhochzeit den Gang zum Scheidungsrichter an, darunter auch 22 nach der Goldenen Hochzeit. Zum Zeitpunkt der Scheidung sind Männer durchschnittlich 44,1 Jahre, Frauen 41,3 Jahre alt.

Auch wenn es sich im Zuge einer Trennung vortrefflich streiten lässt: Etwa neun von zehn Scheidungen erfolgten in beiderseitigem Einvernehmen. 37 Prozent der geschiedenen Ehen blieben kinderlos.

386 Verpartnerungen

Im Jahr 2012 haben insgesamt 386 gleichgeschlechtliche Paare ihre Partnerschaft bei der dafür zuständigen Bezirksverwaltungsbehörde eintragen lassen. Nur in Tirol und Niederösterreich gab es mehr weibliche Paare als männliche. Knapp die Hälfte aller eingetragenen Partnerschaften wurde von in Wien wohnhaften Paaren begründet. Gerichtlich aufgelöst wurden 26 Partnerschaften, eine davon in Tirol.

12.12.2012 als Heiratsdatum heiß begehrt

Die Statistik fördert noch einige interessante Details zutage: Der einstige Hochzeits-Wonnemonat Mai ist mittlerweile hinter Juni und August nur mehr auf Platz drei zu finden. Am 12.12. 2012 heirateten mit 907 die meisten Paare an einem Tag – und damit zwölfmal so viel wie an einem durchschnittlichen Dezember-Tag.

Das älteste Ehepaar war ein 85-Jähriger, der mit einer 91-Jährigen den Bund fürs Leben schloss. Den größten Altersunterschied gab es zwischen einem 71-jährigen Bräutigam und seiner 22-jährigen Braut. Aber auch eine 62-jährige Frau heiratete einen 24-Jährigen. Bei zwei Trauungen hatten Bräutigam und Braut zusammen bereits 13 Eheschließungen hinter sich. (tt.com)


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