Islamisten in Mali warten auf Abzug der Franzosen

Das Hilfswerk „Kirche in Not“ ortet „trügerische Ruhe“ - Die Rückkehr von Missionaren ist wegen brüchiger Sicherheit nicht möglich.

2013 hatten französische Truppen in Mali interveniert und den Vormarsch militanter Islamisten vom Norden aus in Richtung der Hauptstadt Bamako gestoppt.
© REUTERS/Eric Gaillard

Bamako - Das internationale katholische Hilfswerk „Kirche in Not“ hat am Mittwoch vor der „trügerischen Ruhe“ in Mali gewarnt. Zwar konnten französische Truppen die Islamisten im Rahmen einer Militärintervention in den Norden des westafrikanischen Landes zurückdrängen, dort würden diese jedoch warten, „bis die Franzosen abziehen“, hieß es am Mittwoch in einer Aussendung.

Für die katholischen Seelsorger, Ordensmänner und -frauen sei eine Rückkehr in ihre Missionsstationen derzeit noch nicht möglich. Die Lage im Norden und Osten Malis sei zu „unübersichtlich“, die Gefahr von Entführungen und Geiselnahmen zu groß, erklärte Wilfried Langer vom Orden der Weißen Väter und Germain Arama, Priester und Ökonom der Diözese Mopti im Süden Malis. Langer war dort von 1963 bis 2012 als Missionar tätig.

Nach einem Putsch im März 2012 waren Kämpfe zwischen Tuareg-Rebellen und regulären Streitkräften ausgebrochen. Den Tuareg schlossen sich islamistische Gruppierungen an, die weite Teile des Nordens unter ihre Kontrolle bringen konnten. Im Mai hatten die Tuareg erklärt, sie hätten sich mit den Islamisten vereinigt und der Norden Malis sei ein islamischer Staat. Teile der Tuareg hatten sich aber im Juni und Juli wieder von dem Bündnis mit den Islamisten losgesagt. Durch die französische Intervention, die im Jänner 2013 begann, konnte die malische Armee gestärkt und die Islamisten in das Grenzgebiet zu Libyen, Algerien und Mauretanien zurückgedrängt werden.

„Kirche in Not“ hat dem malischen Bistum Mopti 40.000 Euro Soforthilfe für 326 Flüchtlingsfamilien gewährt. Bei einer internationalen Geberkonferenz in Brüssel vergangene Woche, an der auch Österreich teilnahm, wurden Mali insgesamt 3,25 Milliarden Euro Unterstützung versprochen. (APA)

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