Mit Farben das Ambiente ändern

Funky ist nicht alles, Bonbonfarben nicht jedermanns Sache und den weißen Tendenzen kann man am besten mit Schwarz, Grauschattierungen und dumpfen Naturtönen wie Braun oder Lehmfarben Paroli bieten.

Von Ursula Philadelphy

Gelungene Eyecatcher zu vielen Stilrichtungen sind Accessoires aus gebranntem Ton – braun, mit mehr oder weniger rauer Oberfläche, formal überall angesiedelt und ästhetisch variantenreich. Künstlerisch in seiner Einfachheit umsetzbar und variabel sowie vom praktischen Aspekt her unschlagbar. Nicht umsonst war auch die Bunzlauer Keramik in ihrer Urform schlicht und einfach braun. Ein bisschen weniger traditionell darf es aber schon sein, will man dem modernen Einrichtungsstil Paroli bieten.

Wenn also ein gewisses Maß an Zeitlosigkeit angesagt ist, kommt man unweigerlich auf die Terracottaarbeiten von Benjamin Hubert. Schließlich wurde Terracotta rund um den Globus von den jeweiligen Eingeborenen für ihre Töpferware verwendet, und es entstanden überall wunderbare Beispiele der Design­kultur. Der britische Industriedesigner Benjamin Hubert ist auf die für ihn typische Art und Weise an das Projekt Terracotta herangegangen. Bekannt dafür, Materialien in überraschendem Kontext zu verwenden – in Mailand präsentierte er dieses Jahr für Moroso zwei Sessel mit Netzmembranen –, wurde auch Terracotta genau analysiert. Für Hubert soll ein Produkt samt Materialwahl zumindest visuell neuartig sein oder eine ganz neue Typologie entwickeln und am besten das Endprodukt im Gebrauch simplifizieren. Im Endeffekt entstanden sehr skulpturale Gefäße mit Objektcharakter, jedes einzelne singulär zu verwenden und gemeinsam ein Hit. Egal ob man die Serie in der Küche für was auch immer in regelmäßiger Verwendung hat oder in anderen Wohnbereichen eine Einsatzmöglichkeit findet: Benjamin Hubert hat wieder einmal einen neuen Akzent für den Wohnbereich gesetzt.

Selbst wenn man mit Farben arbeitet, kann man die Töne so dezent setzen, dass maximal Changierungen zwischen Schwarz und Grau – manche vielleicht mit leisem Blau- oder Violettstich – herauskommen. Das bringt einerseits insgesamt ein Maß an Ruhe, andererseits werden dadurch sparsam gesetzte bunte Farben betont und extra hervorgehoben. Damit lässt sich ein Wohnkonzept ganz neu erarbeiten. Prinzipiell lässt sich feststellen, dass nicht nur Architekten an Schwarz hängen, sondern damit zusehends mehr Accessoires einen eigenen Charakter entwickeln. Menu A/S aus Dänemark hat etwa eine ganze Reihe schwarzer Entwürfe im Sortiment. Brandaktuell ist ein Tablett, das auch als Korb fungiert und multifunktional einsetzbar ist. In der Küche für diverse Utensilien, die man regelmäßig braucht und an einem Platz haben will, ebenso wie um Kaffee oder Säfte samt Keksen oder Obst auf den Balkon zu tragen oder in den Garten zu transportieren.

Aber auch die Feuertöpfe „Norm“ von Menu A/S, die im Gartenbereich wunderbar zum Einsatz kommen und als Lichtquellen unübertroffen sind, lassen sich auf unterschiedliche Art verwenden. Sie geben, wenn man den Ölbehälter entfernt, einen schönen Übertopf für Kräuter ab oder fungieren als Blumenvase. Man muss nur spielerisch an die Sache herangehen und seiner eigenen Kreativität vertrauen. Die klare, zeitlose und sehr minimalistische Formensprache von Jonas Bjerre-Poulsen und Kasper Ronn ist ästhetisch und typisch für skandinavisches Design.

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Diese beiden Designer haben übrigens auch für das Badezimmer eine Reihe von Utensilien in Schwarz entwickelt: elegantes Understatement pur. Auch hier haben Minimalismus und Funktionalität das Sagen. Das Designerduo hat die hygienischen Anforderungen mit den richtigen funktionalen Details gepaart, auf redundante Elemente verzichtet und dadurch einen sehr geradlinigen Look entwickelt. Wunderbar für den täglichen Gebrauch, leicht zu reinigen und stylish obendrein.


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