Engpass: Venezuela billigt Kredit für 39 Millionen Klopapierrollen

Angesichts der massiven Versorgungskrise in Venezuela hat das Parlament 61 Millionen Euro für den Import von Toilettenpapier, Zahnpasta, Damenbinden und Seife freigegeben. Das Handelsministerium soll nun die Mangelware im Ausland beschaffen.

Caracas - Ein Klopapier-Engpass zwingt Venezuela zu staatlichem Handeln: Die Nationalversammlung des ölreichen lateinamerikanischen Landes billigte am Dienstag einen Kredit in Höhe von umgerechnet 61 Millionen Euro, um die Einfuhr von Toilettenpapier und anderen Hygieneartikeln zu finanzieren.

Von dem Geld sollen 39 Millionen Klopapierrollen, 50 Millionen Damenbinden, zehn Millionen Stück Seife, 17 Millionen Windeln und drei Millionen Tuben Zahnpasta importiert werden. Zu Engpässen bei Konsumgütern kommt es immer wieder, seit die venezolanische Regierung im Jahr 2003 Preiskontrollen eingeführt hat.

Der Abgeordnete José Avila von der regierenden sozialistischen Partei machte Hamsterkäufe und Spekulationen für die Engpässe verantwortlich. Die venezolanische Regierung beschuldigt seit Langem das oppositionelle Mitte-rechts-Lager sowie die USA, die vom verstorbenen Präsidenten Hugo Chávez gestartete „bolivarische Revolution“ zu unterminieren.

Venezuela ist das Land mit den größten Ölreserven weltweit. Dennoch gibt es dort seit der Einführung der Währungs- und Preiskontrollen 2003 immer wieder Waren-Engpässe und Stromausfälle. Eine hohe Inflation, die im vergangenen Jahr bei 20 Prozent lag, sowie ein Staatsdefizit von 150 Milliarden Dollar (116 Millionen Euro) schwächen die Wirtschaft zusätzlich. (APA/AFP)

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