Englische Jugendliche im Einsatz für den Naturschutz

Zehn junge Engländer halfen im Rahmen des EU-Programms „Jugend in Aktion“ mit, das Wörgler Feuchtbiotop Filz zu erhalten.

Von Veronika Spielbichler

Wörgl – Zur Pflege des Wörgler Feuchtbiotops Filz waren diese Woche zwei Tage Jugendliche aus England im Einsatz, um unter anderem einer Verbuschung des Moores entgegenzuwirken. Der freiwillige Arbeitseinsatz ist Teil einer bilateralen Jugendbegegnung, die das Stockton Riverside College in Newcastle organisiert und dabei mit dem Wörgler Verein Komm!unity zusammenarbeitet. Die Jugendbegegnung im Rahmen des EU-Programmes „Jugend in Aktion“ knüpft an die guten Erfahrungen vor zwei Jahren mit dem Einsatz für den Naturschutz in der Filz an. Damals leisteten zwanzig junge Menschen aus England und Österreich mit der Bekämpfung des indischen Springkrautes einen wertvollen Beitrag für die Erhaltung der Artenvielfalt und damit des Schutzgebietes. „Dieses Mal hat unser englischer Partner die Jugendbegegnung organisiert, Komm!unity ist die Aufnahmeorganisation“, schildert Wörgls Jugendkoordinator Klaus Ritzer das Zustandekommen des EU-geförderten Projektes für arbeitslose Jugendliche aus einer Region mit 60 Prozent Jugendarbeitslosigkeit. Das Stockton Riverside College in Newcastle vermittelt den Teilnehmern des drei Monate dauernden Programmes Zusatzqualifikationen. In Wörgl sind die zehn jungen Leute noch bis 29. Mai stationiert. „Am Freitag helfen sie bei der Abwicklung der ersten Wörgler Fahrradmesse eldoRADo mit, nächste Woche werden sie in der LEA-Produktionsschule beim Bau einer Kräuterspirale sowie in den Werkstätten mitwirken“, erklärt Klaus Ritzer. Die gemeinsame Freizeitgestaltung sieht einen Ausflug nach Innsbruck auf die Berge sowie die Organisation eines Abschlussfestes vor, das je nach Wetter im Freien oder im Jugendzentrum ZONE über die Bühne gehen wird.

Den Arbeitseinsatz in der Filz koordinierte Wörgls Filz-Aktivistin Maria Ringler: „Beim Einsatz im hinteren Moor geht es darum, Baumjungwuchs und Sträucher durch Ausreißen zu entfernen, damit die offene Moorfläche nicht zuwächst.“ Im rund einen Hektar umfassenden Moorbereich existieren seltene Pflanzen- und Tierarten, die ansonsten verschwinden würden. Weiters halfen die Jugendlichen beim Abbau des desolaten langen Holzsteiges und entfernten den Japanischen Knöterich. „Die Truppe war ziemlich fleißig, echt super!“, lobt Maria Ringler.

Dass sich der Einsatz für den Naturschutz lohnt, davon sind auch viele freiwillige Helfer aus Wörgl überzeugt, die immer wieder bei den Pflegemaßnahmen in der Filz mitwirken. So wie Manuel aus Namibia, der von Maria Ringler fürs Mitmachen beim Arbeitseinsatz der Jugendbegegnung gewonnen wurde. Der gelernte Koch wohnt in Wörgl, studiert Pädagogik in Innsbruck, will Lehrer werden und interessiert sich besonders für Biologie: „Beim Laufen kam ich hier schon öfter vorbei – und um das hier zu erhalten, mache ich gern mit!“

Derzeit präsentiert sich die Filz übrigens in ihrem schönsten Blütenkleid – gelbe und blaue Lilien blühen ebenso wie Trollblumen, Wollgras und Knabenkraut. Der vor Jahren von der mittlerweile aufgelösten Ökologiegruppe Wörgl errichtete Holzsteg ist allerdings aufgrund der Baufälligkeit gesperrt und wird abgetragen. „Wir werden einen Ersatzweg abseits vom Holzsteig anlegen“, erklärt Maria Ringler. Besucher können das Naturschauspiel jetzt vom Rand aus sowie von einem kleinen Rundweg um den Teich aus beobachten.

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