Nach Kündigung: Mann feuerte in Wien auf seinen Ex-Chef

Der entlassene Mitarbeiter kehrte mit einem Kleinkalibergewehr an seinen früheren Arbeitsplatz zurück und schoss auf seinen Ex-Chef. Dieser wurde verletzt, Lebensgefahr besteht keine.

Wien - Ein Wiener Firmenchef ist Donnerstag früh aus Rache wegen einer fristlosen Entlassung von einem ehemaligen Mitarbeiter niedergeschossen worden. Der 43-Jährige kam einen Tag nach seiner Kündigung gegen 7.20 Uhr in den Montagebetrieb für Blitzableiter in der Seegasse in Alsergrund und feuerte mit einem großkalibrigen Gewehr auf den 51-Jährigen. Der Firmenchef erlitt einen Streifschuss, sein Kontrahent wurde von einem Kollegen niedergestreckt und festgenommen.

Dem Schussattentat dürfte ein Streit um die Rückgabe eines Firmenwagens vorangegangen sein. Der 43-jährige mutmaßliche Schütze hatte das Auto privat nutzen dürfen. Nachdem der Mann das Kfz nach seiner Entlassung nicht herausrücken wollte, machten sich der Firmenchef und sein 27-jähriger Mitarbeiter am Tag vor der Tat auf, um mit einem Zweitschlüssel den Wagen von dem Beschuldigten zu holen.

Dabei kam es laut Aussage des Mitarbeiters, der einen Tag später seinem Chef das Leben rettete, aber zu keinem Streit, sondern zu einer kurzen Diskussion, sagte Polizeisprecher Thomas Keiblinger. Anschließend fuhren der 51-jährige Firmeninhaber und sein Kollege zu einer Baustelle, um dort Blitzableiter zu installieren.

Den 43-Jährigen dürften die Entlassung und die Wagenabnahme so gewurmt haben, dass er am nächsten Tag mit einer Waffe in seine ehemalige Firma kam. Das Winchester Unterhebelrepetier-Gewehr hatte der 43-Jährige in einer Gitarrentasche versteckt. Dazu hatte er den Hals des Musikinstrumentes abgesägt, um für die .45 Kaliber starke Waffe mehr Platz zu haben.

Laut Polizei feuerte der Mann, der laut Polizei auch ein Messer bei sich trug, wortlos zwei Mal auf den Firmenbesitzer. Beim ersten Schuss verfehlte er sein Ziel, daraufhin ging er um den Tisch herum und traf den 51-Jährigen am rechten Oberkörper. Der Chef hatte riesiges Glück, er erlitt nur einen Streifschuss, so das behandelnde Spital. In ersten Meldungen war noch von einem glatten Durchschuss die Rede gewesen.

Ein Mitarbeiter, der sich ebenfalls in den Räumlichkeiten der Blitzableiterfirma befand, hörte die Schüsse und eilte seinem Chef zu Hilfe. Der 27-Jährige aus Tschetschenien schnappte sich einen Schraubenschlüssel und schlug auf den Kopf des Schützen ein. Dieser blieb „ganz benommen“ auf dem Boden im Vorraum liegen, so Keiblinger. Der Mitarbeiter brachte den Angeschossenen aus der Gefahrenzone auf eine Sitzbank in der Gasse vor dem Geschäft, dann alarmierte er die Polizei.

Die Beamten nahmen den noch am Boden liegenden Schützen fest. Da er über massive Kopfschmerzen klagte, wurde er wie sein Opfer ins Krankenhaus gebracht. Keiner der Beteiligten war in Lebensgefahr.

Der 43-Jährige war bereits vor zwei Jahren bei der Blitzableiterfirma beschäftigt, so Keiblinger. Da es jedoch immer wieder Streitigkeiten mit seinen Kollegen und mit dem Chef gab, wurde der Montagearbeiter aus dem Iran damals gekündigt. Im Februar wurde er jedoch wieder eingestellt. Die Polizei ermittelt nun wegen Mordversuchs gegen ihn. (APA)


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