Nationalbank erzielte bestes Ergebnis seit 2005

Das geschäftliche Ergebnis stieg um 51 Prozent auf 377 Millionen Euro. Der Bund erhält 349 Mio. Euro.

Wien - Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) hat 2012 ihren Risikopolster weiter aufgestockt. Vom im Vorjahr erwirtschaftetem Ergebnis von 988 Mio. Euro flossen 626 Mio. Euro direkt in die Risikorückstellungen, die sich auf 2,55 Mrd. Euro erhöhten. Zusammen mit der 2,0 Mrd. Euro Reserve für Auslands- und Wertpapierrisiken sowie 1,6 Mrd. Euro zur Verlustabdeckung sitzt die OeNB nunmehr auf einem Risikopolster von 6,1 Mrd. Euro.

Im Vorjahr konnte die Nationalbank ihr bestes Ergebnis seit dem Jahr 2005 erzielen. Das geschäftliche Ergebnis stieg um 51 Prozent auf 377 (2011: 249) Mio. Euro. Hauptgrund dafür war laut OeNB-Präsident Claus Raidl ein von 842 auf 1.916 Mio. Euro verbessertes Nettozinsergebnis. Profitiert hat die Nationalbank dabei von im Rahmen des Eurosystems lancierten Programms für Wertpapiere (SMP) angekauften Wertpapieren und der höheren Inanspruchnahme der längerfristigen Refinanzierungsgeschäfte. Zudem waren nur geringe Abschreibungen von 3 Mio. Euro auf Wertpapiere notwendig. Zugleich wurde der Fremdwährungsanteil in der Bilanz von 13 auf 10 Mrd. Euro abgebaut.

Der Bund erhält 349 (231) Mio. Euro, wovon 94,3 Mio. Euro auf die Körperschaftsteuer und 254,7 Mio. auf den 90-prozentigen Gewinnanteil entfallen. Dazu kommt noch eine heute von der Generalversammlung beschlossene 10-Prozent-Höchstdividende von 1,2 Mio. Euro. 10 Mio. Euro werden dem Jubiläumsfonds zugewiesen, 17,1 Mio. Euro der Gewinnglättungsrücklage zugeführt.

Die Personalaufwendungen stiegen im Vorjahr auf 131 (125) Mio. Euro. Verursacht sei dies durch die Aufstockung in der Bankenaufsicht und die Hereinnahme von Leihpersonal worden.

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Die Kosten für die Bankenaufsicht haben sich im Vorjahr auf 21,2 (19,2) Mio. Euro erhöht, wovon die OeNB 13,1 Mio. Euro selbst tragen musste. Seit 2011 schießt der Bund 8,0 Mio. Euro zu, bis dahin waren es 4,0 Mio. Euro jährlich.

Die Nettowährungsposition hat sich auf 18,1 (17,3) Mrd. Euro erhöht. Es wurde kein Gold verkauft, der Anteil des Goldes blieb mit 11,4 (11,0) Mrd. Euro relativ stabil, Fremdwährungen stiegen auf 6,6 (5,9) Mrd. Euro, IWF-Sonderziehungsrechte verringerten sich auf 0,2 (0,4) Mrd. Euro.

Wie bereits im Vorjahr wurde OeNB-Vizechef Wolfgang Duchatczek von der Generalversammlung nicht entlastet. Hintergrund ist eine Schmiergeldaffäre in der Gelddruckerei der Notenbank (OeBS), in der Duchatcek Aufsichtsratspräsident ist. „Obwohl die Ereignisse bereits im Jahr 2011 stattgefunden haben, war es die Intention des Alleinaktionärs (Anm.: die Republik), hier alles abzudecken“, sagte Raidl.

Die Nationalbank hat eine eigene Compliance-Stabsstelle eingerichtet, die präventive Maßnahmen hinsichtlich Korruption, Insider-Handel, Spenden/Sponsoring/Subventionen, Nebenbeschäftigungen usw. trifft. Das System soll auf die Tochterunternehmen ausgerollt werden. (APA)


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