„2:1 für den BVB, aber es wird eine enge Kiste“

Innsbruck – Werner Brugger verlässt dieser Tage sein Haus in Sistrans nicht ohne seinen schwarz-gelben Beutel. „Echt verrückt, was sich gera...

Innsbruck –Werner Brugger verlässt dieser Tage sein Haus in Sistrans nicht ohne seinen schwarz-gelben Beutel. „Echt verrückt, was sich gerade abspielt. Es gibt so viele Leute, die sich plötzlich für den BVB interessieren und sich ansehen wollen, was ich bei den Spielen so anhabe“, versichert der im Außendienst tätige Mitarbeiter eines Vorarlberger Sanitärausstatters. Und Brugger ist oft bei Dortmund-Spielen. Allein in dieser Meisterschaft 16 Mal. „Dank der Billigflieger ist es f inanzierbar“, sagt der 50-jährige stolze Abo-Besitzer.

2005, als er vom BVB-Sympathisanten zum echten Fan mutierte, war schwarz-gelb nicht zwingend in Mode. Der Klub war verschuldet, sportlich im Niemandsland, „quasi tot“, wie der Familienvater meint. Aber mit einer Fan-Begeisterung gesegnet, die ihresgleichen sucht. „Und genau das hat mir so imponiert. Auch in den schlechten Zeiten war das Stadion stets ausverkauft.“ Mit über 80.000 Fans wohlgemerkt.

Als Brugger bei seinem Besuch in der TT-Redaktion gerade in ein Dress von Kevin Großkreutz schlüpft, seine BVB-Fan-Kutte drüberstülpt und fotogerecht den Schal seines Fanklubs „Schwerte Ergste“ in die Höhe hebt, wird das verletzungsbedingte Aus von Mario Götze für das samstägige Finale bekannt. „Das lässt mich kalt“, meint Brugger stoisch. „Wir haben im letzten Jahr das Double auch ohne ihn geholt“, sagt er über jenen Ausnahmekicker, der in der nächsten Saison just für Bayern München auffiedeln wird. Und überhaupt: „Der BVB besteht nicht aus Spielern – die kommen und gehen. Nur jene, die dem Klub lange die Treue halten, werden fester Bestandteil.“

Das Finale sieht er sich am Samstag in der Dortmunder Westfalenhalle 1 an – mit 12.000 Gleichgesinnten. Sein Tipp: „2:1, aber es wird eine enge Kiste.“ (m. i.)

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