Schwule Pfadfinder? US-Boy Scouts vor Grundsatzentscheidung

Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung ist – trotz aller Gleichheitsgrundsätze – immer noch weit verbreitet. Bei den US-Pfadfindern gibt es ein explizites Homosexuellen-Verbot. Eine Abstimmung könnte nun eine Veränderung herbeiführen.

Washington - Die US-Pfadfinder wollen entscheiden, ob offen homosexuelle Jugendliche Mitglieder der Organisation werden dürfen. 1400 Chefs von Pfadfindergruppen aus dem ganzen Land stimmen an diesem Donnerstag bei einem Treffen in Texas über eine Änderung der Statuten ab. Jugendlichen soll demnach die Mitgliedschaft nicht mehr nur aufgrund ihrer sexuellen Orientierung verwehrt werden. Die Frage ist vor allem deshalb umstritten, da viele der mehr als 100.000 US-Pfadfindergruppen von religiösen Organisationen unterstützt werden.

Derzeit dürfen offen Homosexuelle in den USA nicht den Pfadfindern beitreten. Die Organisation diskutiert eine Änderung dieser Regelung bereits seit mehr als zehn Jahren.

Nationales Komitee stimmte gegen Änderung

Im vergangenen Jahr stimmten die 80 Mitglieder des nationalen Komitees der Pfadfinder für eine Beibehaltung des Verbots. Diese Entscheidung führte zu landesweiten Protesten. Befürworter einer Änderung sammelten 1,8 Millionen Unterschriften, auch US-Präsident Barack Obama sprach sich für gleiche Behandlung von Lesben und Schwulen aus. Unterstützung kam überraschenderweise auch von den konservativen Mormonen.

Den Pfadfindern droht jedoch ein Mitgliederschwund, sollten die Delegierten für die Aufnahme von schwulen Mitgliedern stimmen. Nach einer internen Umfrage befürworten 61 Prozent eine Beibehaltung des Verbots. Auch könnten viele Religionsgemeinschaften ihre Unterstützung streichen. Auch wenn die Änderung angenommen wird, soll das Verbot für homosexuelle Erwachsene als Pfadfinder-Feldmeister bestehen bleiben. (dpa)


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