Drohungen ignoriert: Hisbollah schickt mehr Kämpfer nach Syrien

Die libanesische Hisbollah-Bewegung ignoriert die Drohungen der westlichen und arabischen Staaten und schickt weitere Kämpfer ins Nachbarland. Am Mittwoch wurden in Syrien 220 Menschen getötet, die meisten von ihnen Zivilisten.

Damaskus – Wenige Stunden, nachdem der Außenminister der Kontaktgruppe der Freunde Syriens den Rückzug der Hisbollah-Kämpfer aus Syrien gefordert hatten, sagte ein Mitglied der pro-iranischen Schiiten-Bewegung am Donnerstag in Beirut, weitere Kämpfer seien auf dem Weg in das Nachbarland.

Nach Angaben der syrischen Regierung wurden bei den jüngsten Kämpfen in Syrien 75 Hisbollah-Kämpfer getötet. Die Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter meldete, am Mittwoch seien landesweit 220 Menschen getötet worden, darunter 126 Zivilisten.

Die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana berichtete, sie habe am Donnerstag „Terroristen“ abgefangen, die aus anderen Provinzen und aus dem Libanon gekommen seien, um den Rebellen in der belagerten Kleinstadt al-Qusayr beizustehen.

Mit den „Terroristen“ meinen die offiziellen syrischen Medien nicht die Mitglieder der schiitischen Hisbollah, die in Qusayr mit den Regierungstruppen von Präsident Bashar al-Assad kämpfen, sondern die Revolutionäre und arabische Jihadisten. Die Muslimbrüder berichteten unterdessen, Rebellen hätten im Umland von Damaskus eine iranische Drohne abgeschossen.

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Der syrische Bürgerkrieg hat in den vergangenen Tagen sukzessive auch auf den Libanon übergegriffen. In der Hafenstadt Tripoli lieferten sich Gegner und Anhänger des syrischen Präsidenten Assad in der Nacht schwere Gefechte, bei denen mindestens fünf Menschen ums Leben kamen. Mehr als 50 Menschen seien verletzt worden. Die Kämpfe waren am Sonntag ausgebrochen. Seitdem wurden mindestens 18 Menschen getötet und mehr als 170 verletzt. (APA/dpa/AFP)


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