Unwetter in Oklahoma behindern Aufräumarbeiten nach Tornado

Die Rettungskräfte in Oklahoma haben alle Vermissten gefunden. Doch das Leben nach dem Tornado kann nur langsam wieder beginnen. Unwetter behindern die Aufräumarbeiten. US-Präsident Obama will am Sonntag in die Krisenregion kommen.

Oklahoma City – Heftige Unwetter und Gewitterstürme haben die Aufräumarbeiten nach einem verheerenden Tornado in Oklahoma erschwert, die Suche nach Vermissten ist inzwischen beendet. „Wir beginnen nun mit den Aufräumarbeiten“, sagte die Gouverneurin von Oklahoma, Mary Fallin, am Mittwochabend dem Nachrichtensender CNN.

Den Behörden zufolge wurden von den zuletzt sechs Vermissten fünf lebend gerettet, einer wurde tot gefunden. Insgesamt starben bei dem Wirbelsturm der höchsten Kategorie am Montag mindestens 24 Menschen, darunter zehn Kinder. US-Präsident Barack Obama sprach von „einem der zerstörerischsten Tornados in der Geschichte“. Er will am Sonntag nach Oklahoma kommen.

Bis zu 13.000 Häuser zerstört

Der Bürgermeister der besonders betroffenen Kleinstadt Moore, Glenn Lewis, sagte im Nachrichtensender CNN, dass die exakte Zahl der Toten noch ermittelt werde. Bis zu 13.000 Häuser wurden bei dem Unwetter zerstört. Mehr als 350 Menschen erlitten nach CNN-Informationen Verletzungen. Der Sachschaden beträgt bis zu zwei Milliarden Dollar (1,5 Milliarden Euro).

Die erste Beerdigung für eines der getöteten Kinder war laut dem Sender NBC für Donnerstag geplant. Die neunjährige Antonia Candelaria kam mit sechs anderen Kindern in der Volksschule Plaza Towers ums Leben, als der Tornado durch die dicht besiedelten Vorstadt von Oklahoma City zog. Auch eine andere Volksschule und eine Highschool wurden getroffen. Der Ort wollte das Schuljahr am Donnerstag mit Versammlungen für Eltern, Schüler und Lehrer offiziell beenden.

US-Präsident Obama will am Sonntag in das Katastrophengebiet reisen. „Der Weg nach vorne ist lang, doch Ihr Land wird Sie jeden Schritt des Weges begleiten“, sagte er am Mittwoch. „Wir werden Ihnen helfen, wieder zu Kräften zu kommen.“ Derweil ging die Diskussion weiter, warum die meisten Häuser und öffentliche Gebäude keine Schutzräume hatten, in denen sich die Menschen hätten flüchten können.

Tornado-Risiko bleibt vorerst bestehen

Die Region gilt als gefährdet: Bereits 1999 fegte ein besonders starker Tornado über sie hinweg, der 46 Menschen tötete und etwa 8000 Gebäude zerstörte. Auch in den kommenden Tagen bleibe das für den Frühling typische Tornado-Risiko bestehen, teilte der Nationale Wetterdienst mit.

Der Sturm hatte nach Angaben der nationalen Wetterbehörde die höchste Stufe auf der in den USA gebräuchlichen Skala. Es habe sich um einen Tornado der Stärke EF5 mit Geschwindigkeiten von 320 Kilometern pro Stunde gehandelt. Zunächst hatte die Behörde von der zweithöchsten Stufe EF4 auf der erweiterten Fujita-Skala gesprochen. Der Tornado hinterließ stellenweise eine gut drei Kilometer breite Spur der Verwüstung. (dpa)


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