Islamistenführer „beaufsichtigte“ Anschläge im Niger

Eine algerische Extremistengruppe bekennt ebenfalls sich zu Angriffen auf Militärcamp und Uran-Mine.

© Reuters

Niamey – Zu den Anschlägen auf ein Militärcamp und eine Uran-Mine im Niger mit mindestens 20 Todesopfern hat sich auch die algerische Islamistengruppe „Die mit Blut unterzeichnen“ bekannt. Ihr Anführer Mokhtar Belmokhtar habe die Pläne persönlich „beaufsichtigt“, hieß es in einem am Freitag von der mauretanischen Nachrichtenagentur Alakhbar veröffentlichten Bekennerschreiben.

Allein beim Angriff auf den Streitkräfteposten in der nigerischen Stadt Agadez kamen 18 Soldaten, ein Zivilist und vier Attentäter ums Leben, wie das Innenministerium in Niamey mitteilte. Die islamistische Bewegung für Einheit und Jihad in Westafrika (MUJAO), die sich ebenfalls der Mittäterschaft bezichtigte, begründete die Anschläge mit Frankreichs Militärintervention im benachbarten Mali.

Etwa 30 Minuten nach der ersten Detonation sprengte ein Selbstmordattentäter sein Fahrzeug auf dem Gelände einer von der französischen Areva-Tochterfirma Somair betriebenen Uran-Mine im 200 Kilometer entfernten Arlit in die Luft. Zur Opferbilanz kursierten zunächst unterschiedliche Angaben: Das Innenministerium sprach von 50 Verletzten, von denen bis auf einen Zivilisten alle Sicherheitskräfte seien. Areva sprach in einer Mitteilung von 13 verletzten nigrischen Arbeitern.

Ein Sprecher der MUJAO-Bewegung sagte der Nachrichtenagentur AFP, seine Organisation habe „mit Allahs Hilfe zwei Operationen gegen die Feinde des Islams im Niger“ ausgeführt. Ziel seien die Regierungen von Frankreich und des Nigers, die den Militäreinsatz im Krisenstaat Mali unterstützt hätten. Niger ist Teil der afrikanisch geführten AFISMA-Militärmission, die Malis Regierungstruppen dabei helfen soll, den Norden des Landes vor islamistischen Rebellen zu schützen. Bisher haben dort vor allem die französischen Streitkräfte den Einsatz gegen die Aufständischen geführt. (APA/AFP)

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