Tsunami-Warnung nach Beben der Stärke 8,2 aufgehoben

Nach einem extrem schweren Erdbeben im Fernen Osten Russlands galt für einige Stunden eine Tsunami-Warnung. Diese konnte inzwischen aufgehoben werden.

Moskau – Nach einem schweren Erdbeben im Fernen Osten Russlands haben die Behörden eine Tsunami-Warnung für die Pazifikinsel Sachalin sowie die Inselgruppe der Kurilen ausgegeben. Der Zivilschutz rief die Einwohner auf, Uferregionen zu meiden und höhergelegene Gebiete aufzusuchen, wie ein Sprecher am Freitag der Agentur Itar-Tass sagte.

Die US-Erdbebenwarte und das Geoforschungszentrum in Potsdam gaben die Stärke des Bebens nahe der Halbinsel Kamtschatka mit 8,2 an. Örtliche Seismologen sprachen hingegen von einer geringeren Stärke.

Erschütterung bis Moskau messbar

Auch in weit entfernten Städten wie Barnaul und Tomsk bewegte sich die Erde. Selbst in der 7000 Kilometer entfernten Hauptstadt Moskau wurden leichte Erschütterungen gemessen, wie die Behörden mitteilten. Nach panischen Anrufen brachten die Behörden dort rund 850 Menschen in Sicherheit, wie die Staatsagentur Ria Nowosti meldete.

Die Tsunami-Warnung konnte aber wieder aufgehoben werden. Tatjana Iwelskaja vom regionalen Tsunami-Zentrum erklärte der Agentur Interfax: „Das Erdbeben geschah in einer Tiefe von fast 600 Kilometern.“ Daher drohe kaum eine Gefahr. Das Zentrum lag danach rund 150 Kilometer westlich von Kamtschatka im Ochotskischen Meer.

Der Zivilschutz blieb nach eigenen Angaben aber in Bereitschaft und rief die Bewohner zur Wachsamkeit auf. In der Küstenstadt Magadan rannten Bewohner nach den Erdstößen um 7.44 Uhr MESZ aus Angst auf die Straße.

Weiteres starkes Beben in Kalifornien

Neben dem Starkbeben in Ost-Russland wurde auch eine dünn besiedelte Region Nordkaliforniens am Donnerstagabend (Ortszeit) von einem Erdbeben erschüttert worden. Nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS erreichte der Erdstoß nahe der Ortschaft Susanville eine Stärke von 5,7. Das Beben sei in der kalifornischen Hauptstadt Sacramento, rund 250 Kilometer südwestlich, zu spüren gewesen, berichteten US-Medien. Berichte über Verletzte oder Sachschäden gab es nicht.

Der Polizei in Susanville und Sacramento zufolge, setzte der Erdstoß Alarmanlagen von Häusern und Autos in Gang. Zudem habe es „eine Menge bellende Hunde“ gegeben, sagte Taylor Richards von der Polizei in Sacramento der „Los Angeles Times“.

Warten auf „The Big One“

In dem Westküstenstaat, der von vielen Verwerfungszonen durchzogen ist, kommt es häufig zu Beben. Das Jahrhundertbeben 1906 in San Francisco auf der San-Andreas-Verwerfung hatte die Stärke 7,8. Geologen rechnen in den kommenden Jahrzehnten mit einem starken Beben („The Big One“) in Kalifornien. (tt.com, dpa)

Erdbeben-Tracker: http://earthquake.usgs.gov/earthquakes/map/


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