FP stellt sich neu auf: Abwerzger wird Chef

Freitagnachmittag dürfte bei einem Krisengipfel mit HC Strache Mar-kus Abwerzger als neuer Tiroler FP-Chef designiert worden sein.

Von Peter Nindler

Innsbruck –Nach der konstituierenden Landtagssitzung hieß es am Freitag für die Tiroler FP-Parteigranden ab nach Wien: Partei- und Klubobmann Gerald Hauser, LA Rudi Federspiel sowie die beiden Chefs der Reformkommission, Peter Wurm (Innsbruck-Land) und der Innsbrucker FP-Chef Markus Abwerzger, diskutierten mit Bundesparteiobmann HC Strache mögliche Auswege aus der Tiroler Parteikrise. Am Montag sollen im Parteivorstand dazu weitere Weichen gestellt werden.

Obmann Gerald Hauser wird sich am Parteitag im Herbst zurückziehen. Der Parteitag könnte aufgrund der Nationalratswahlen am 29. September von Oktober auf Anfang September vorverlegt werden. Ansonsten sind viele Fragen in der Partei weiter offen. Auch nach dem angekündigten Rückzug Hausers zieht sich ein tiefer Spalt durch die Tiroler FPÖ. Zuletzt wurde – wie in der SPÖ – eine Personalrochade diskutiert.

Der freiheitliche Arbeitnehmervertreter Heribert Mariacher aus Kitzbühel drängt unbedingt in den Landtag. Als Listenfünfter hatte er auf ein Mandat gehofft, doch die FPÖ verlor bei der Landtagswahl drei Prozent und behielt lediglich ihre vier Sitze. Zuletzt nahm der Druck auf Hauser erneut zu, er soll in den Nationalrat wechseln, damit Mariacher nachrücken kann. 2008 erreichte die Tiroler FPÖ bei der Bundeswahl zwei Mandate.

Teile der Partei lehnen die angedachte Personalrochade jedoch ab. Die Diskussion habe es schon in der SPÖ gegeben, und als mahnendes Beispiel diene Vorwärts Tirol, wo letztlich massiver Druck ausgeübt worden sei, heißt es. Außerdem gebe es mit Hauser und Federspiel zwei erfahrene Oppositionspolitiker, die zwei Neo-Mandatare Hildegard Schwaiger und Edi Rieger müssten in diese Rolle erst hineinwachsen.

Doch ein Wechsel Hausers in den Nationalrat ist dennoch nicht ausgeschlossen, er gehörte dem Parlament bereits bis 2008 an. Als weitere Kandidaten für die Nationalratswahl werden Peter Wurm, der ehemalige Landtagsabgeordnete Richard Heis und die freiheitliche Frauenvorsitzende NR Carmen Gartelgruber gehandelt. Die Blauen aus dem Oberland werden ebenfalls ihre Wünsche anmelden.

Eines ist aber seit Freitag klar: Der Klubchef im Innsbrucker Gemeinderat und Stadtparteiobmann Markus Abwerzger wird die Tiroler FPÖ übernehmen und am Parteitag offiziell zum Obmann gekürt werden. Darin waren sich Strache, Hauser, Federspiel und Abwerzger ab Freitag einig. In welcher Funktion der Jurist bis zum Parteitag auftreten wird, darüber dürfte im Parteivorstand diskutiert werden. Strache machte sich in den vergangenen Wochen mehrmals dafür stark, dass Abwerzger Parteichef Gerald Hauser als geschäftsführender Parteichef zur Seite steht.

Einen personellen Wechsel gibt es auch in der Bezirkspartei in Kufstein: Der ehemalige Landtagsabgeordnete Toni Frisch legte seine Funktion als Bezirksparteiobmann am Freitag zurück.


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