1000 Siemens-Jobs wackeln, Standort Innsbruck stabil

Personalabbau in Wien, Linz und Weiz, Tirol feiert 111-Jahr-Jubiläum.

Innsbruck –Der Münchner Industriekonzern Siemens geht durch bewegte Zeiten. Erst Anfang des Monats hatte Siemens-Boss Peter Löscher angekündigt, den Sparkurs weiter zu verschärfen. Bis End­e nächsten Jahres müssen im gesamten Konzern rund 6,3 Mrd. Euro eingespart werden, die Glühbirnen-Tochter Osram soll bis dahin an der Börse notieren. In Deutschland dürfte drastisch Personal abgebaut werden, wie viele der 130.000 Jobs im Siemens-Heimatland gestrichen werden müssen, wollte Löscher noch nicht bekannt geben.

In Österreich wackeln an mindestens drei Werken jetzt rund 1000 der insgesamt 12.000 Arbeitsplätze. Der Tiroler Standort in Innsbruck ist aber nicht betroffen. Im Gegenteil, gestern wurde das 111-Jahr-Jubiläum der Tirole­r Firmenniederlassung ge­feiert. „In Innsbruck läuft es gut“, sagt Tirol-Chef Werner Ritter, „Auslastung und Auftragslage sind Gott sei Dank stabil.“

Der Tiroler Standort sei auf den drei Auftragssäulen von Industrie, Tourismus und der öffentlichen Hand „sehr breit aufgestellt“, berichtet Ritter. Ingesamt beschäftigt Siemens in Innsbruck stabil 250 Mitarbeiter, davon 60 bei der Tochter IHT, die sich auf die Informationstechnologie im medizinischen Bereich spezialisiert hat. Darüber hinaus betreibt Siemens in Tirol Kompetenzzentren für Seilbahn- und Tunneltechnik. „Mit dem breiten Spektrum von Industrietechnik über Gebäudetechnik, Medizintechnik bis hin zu den Kraftwerken sind wir auch in Tirol einigermaßen gut durch die Krise gekommen“, bilanziert Ritter im TT-Gespräch. Zwar seien die Aufträge aus der Industrie zwischenzeitlich zurückgegangen, „doch der Tourismus, der auch in Krisenjahren stabil war, konnte die Rückgänge kompensieren“. Auch heuer liege Siemens in Tirol im Plan, „ich hoffe, dass im Land auch beim Kraftwerksbau einiges weitergeht“, fordert Ritter.

An drei anderen Österreich-Standorten sind die Aussichten weniger rosig. Allein in der Siemens-Zentrale in Wien-Floridsdorf droht laut Auskunft des Betriebsrats der Abbau von 500 der 3500 Stellen. Diese Woche wurde bekannt, dass auch beim Industrieanlagenbauer Siemens VAI in Linz offenbar Kündigungen anstehen. Medienberichten zufolge sollen bis zu 400 Leute gehen, etwa 250 von der 1622 Mitarbeiter zählenden Stammbelegschaft und mindestens die Hälfte der 260 Leasingarbeiter.

Ebenso geht am Standort Weiz in der Steiermark die Jobangst um. War erst von einem Abbau von bis zu 200 der 1200 Jobs die Rede, so dürften es jetzt maximal 100 sein, heißt es bei der Personalvertretung. (bea)


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