Abtasten mit dem Hammer

Das 52:13 gegen Helsinki war der Anfang – jetzt sehnen sich die Raiders nach Revanche im Halbfinale der European Football League.

Von Roman Stelzl

Innsbruck –Spielerisches Geplänkel, ein wenig Einstimmen auf den Gegner, ein paar Yards rausholen. Das alles gehört zu so einem Spiel dazu, wenn der Gegner ein unbekannter ist. So erzählte das Shuan Fatah, und der Trainer der Swarco Raiders erzählte nicht nur, sondern sein Team ließ auf dem Football-Feld des Tivoli-Stadions gestern den Worten Taten folgen.

Drei Minuten war die Viertelfinal-Partie der European Football League (EFL) gegen die Helsinki Roosters alt, da setzten die Innsbrucker dem erwähnten Abtasten ein Ende. Und packten den Hammer aus. Die Gäste aus Finnland wussten nicht so recht wie ihnen geschah, als der Tiroler Zug mit dem ersten Touchdown durch Jaycen Taylor Fahrt aufnahm – durch Viertel und Viertel rauschte und die vielen Fehler der Gäste (Raumdeckung, Pässe, Stellungsspiel) knallhart ausnutzte. Am Ende war das Ergebnis in gelben Lettern klar und deutlich von der schwarzem Videowall abzulesen: 52:13. Die Raiders stehen damit im EFL-Halbfinale, das am 16. Juni (Spielort offen) ausgetragen wird.

„Die Roosters waren nervös, konnten unserem Druck nicht standhalten. Wir haben ihr Spiel schnell gelesen und unseren Game-Plan knallhart durchgezogen“, analysierte Fatah trocken.

Mann des Spieles war für ihn Chris James, daran bestand kein Zweifel. Der „Spieler der Herzen“ (Fatah) darf heuer wegen der Legionärs-Regelung nur auf internationaler Bühne eingesetzt werden. Und dort fing der US-Amerikaner zwei Fehlpässe ab, brachte einen davon für einen Touchdown in die Endzone.

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Mann des Spieles auf dem Scoreboard, das war hingegen Taylor. Der Running-Back machte drei Touchdowns – einen davon über 70 Yards nach einem Fehlpass aus der Defensive heraus. Und tat es der gesamten Raiders-Offensive gleich, die den Roosters, 15-facher finnischer Meister, ordentlich einheizte vor rund 2200 Zuschauern.

In der Runde der besten vier Teams Europas wird heute der Gegner bestimmt. Und dort hoffen die Raiders auf ein Wiedersehen mit den Calanda Broncos – die Schweizer hatten den dreifachen Eurobowl-Sieger (2008, 2009, 2011) 2012 aus dem Halbfinale geworfen. Fatah: „Damals waren sie ein aufgedunsenes Monster mit Legionören, inzwischen haben sie abgebaut. Jetzt sollen sie zeigen, was sie können.“ Dafür müssen die Broncos erst einen starken Gegner biegen: den deutschen Meister Schwäbisch Hall Unicorns. Der würde sonst im Halbfinale warten.


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