Zwischen Schulhof und Atomkraftwerk

Die großen Musikfestivals finden eher im Osten Österreichs statt, in Tirol setzt man auf Lokalkolorit oder Extravaganz. Ein Überblick.

Innsbruck –Das burgenländische Wiesen ist das Urgestein österreichischer Festival-Kultur, aber längst nicht mehr der einzige Hotspot für Fans von Freiluftkonzerten, Campingkochern und Dosenbier. Auch beim Nova Rock (14. bis 16.6.) im ebenfalls burgenländischen Nickelsdorf, beim Frequency-Festival (15. bis 17.8.) in St. Pölten und anderswo werden im Sommer die Zelte aufgeschlagen. Zu unterschiedlichen Klängen: Rockig bis schwermetallisch geht es beim Nova Rock zu, wo u. a. Rammstein, Kiss und Korn auftreten, aber mit den Kings of Leon oder Gentlemen durchaus auch sanftere Töne erklingen. Das Frequency hat heuer neben Nick Cave und seinen Bad Seeds u. a. auch Franz Ferdinand, James Blake, die Toten Hosen und System Of A Down im Programm.

Und Wiesen bedient mit seinen insgesamt fünf Festivals ganz unterschiedliche Geschmäcker, etwa Nostalgiker mit ZZ Top bei „Lovely Days“ (6.7.), Reggae-Freunde mit dem „Sunsplash“ am 24.8. oder Brit-Rock-Fans mit den Arctic Monkeys bei „Harvest of Art“ (13.7.).

Der Startschuss für den Festival-Sommer 2013 fällt aber bereits diese Woche, und zwar an außergewöhnlichem Ort: Das AKW Zwentendorf ist nicht zufällig Schauplatz des „Tomorrow“-Festivals von Global 2000 (30.5. bis 2.6.), das von der Umweltschutzorganisation als lautstarkes Zeichen für eine Energiewende und „eine ökologisch nachhaltige und sozial gerechte Welt“ ins Leben gerufen wurde. Zu Klängen von den Fantastischen Vier, Kaiser Chiefs und Maximo Park u. a. sowie mit „grünem“ Konzept: Mehrwegbecher statt Müllberge, spezielle Abfallkonzepte und die Anreise mit Öffis sollen das Festival zum „Green Festival“ machen.

Dass der große Festival-Zirkus sich im Osten Österreichs abspielt, ist man gewohnt, ein klein wenig Festival-Flair weht aber auch durch Tirol. Unter anderem dank dem Kulturverein Grammophon, der das Wiesenrock-Festival in Wattens ins Leben gerufen hat und seit 2012 gemeinsam mit dem Innsbruck Weekenderclub organisiert. Geboten wird bei diesem kleinen, aber feinen Festival im Hauptschulhof am 17. August viel Indie-Pop, etwa von Get Well Soon oder Francis International Airport.

Das „größte Pop&Rock Festival Westösterreichs“ ist laut eigenen Aussagen Kufstein Unlimited, das vom 14. bis 16. Juni hauptsächlich mit Tiroler Bands und mit dem Headliner The BossHoss aufwartet.

Und in Innsbruck geht das Heart of Noise Festival (20. bis 22.6.) heuer zum dritten Mal ganz eigene elektronische Wege abseits des Mainstreams. (TT)


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