An der Hand oder alleine: Gewonnen haben alle

Beim gestrigen Innsbrucker Stadtlauf liefen fast 3000 ins Ziel. Die Jüngsten an der Hand der Eltern, die Schnellsten trotz Kälte in kurzen Hosen.

Von Susann Frank

Innsbruck –Angespannt blickten die kleinen Köpf­e durch ihre vorher ergatterten Schlupflöcher: die Arme der sich an den Händen festhaltenden Menschen, die an der Startlinie eine Barriere bis zum Startschuss bildeten. Augenscheinlich war schon den Jüngsten (bis sieben Jahre) bewusst, dass es die Siegchancen beim Familienlauf erhöht, in der ersten Reihe zu stehen. So trugen die ganz Ehrgeizigen trotz kühler Temperaturen auch kurz­e Hosen und Leiberl. So wie die großen Vorbilder, die drei Stunden später, um 18 Uhr, auf die 10-km-Strecke gegangen waren.

Zum Auftakt der Veranstaltung galt es jedoch, die 500-Meter-Strecke zu bewältigen. Egal, ob vorn­e weg, an Mamas oder Papas Hand hinterher – oder eben noch im Kinderwagen geschoben. Lustig geschminkt oder ungeschminkt. In Sportsachen oder in Straßenklamotten. Ganz nach dem Motto der Veranstaltung mit fast 3000 Startern: Stadtlauf tut gut.

Auch von Stürzen ließ sich keiner unterkriegen. Weder die Jüngsten noch später die Schüler. Alle rappelten sich wieder auf und liefen über die Ziel­linie – wenn auch mancher unter Tränen.

Diese trockneten schnell. Schließlich warteten im Ziel Eltern und Freunde mit Glückwünschen und die fleißigen Helfer mit den begehrten Medaillen, die jede Starterin und jeder Starter zur Belohnung um den Hals gehängt bekommen hat.

Und während sich die Kinder später auf der Hüpfburg oder an den Tischtennisplatten vergnügen und an den Essens- und Getränke­ständen wieder zu Kräften kommen konnten, wärmten sich die Profis für den Hauptlauf auf. Auch die Kenianer. Die Kälte tat ihrer Leistung keinen Abbruch und so stellte der afrikanische Staat die Sieger: Patrick-Mugur Ereng bei den Herren und Cynthia-Chepchirchir Kosge­i bei den Frauen. Die schnellsten Tiroler waren Martin Bader (7.) und Liud­mila Uzick (8./beide SK Rückenwind).

Was sie nach dem Lauf machten? Sich warm anziehen und wieder Adrenalin ausschütten. Beim Champions-League-Finale, das auf der am Sparkassenplatz aufgestellten Großbildleinwand wieder Groß und Klein vereinte.


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