Debatte um Rolle der Männer

Das Geschlecht der Kindergartenpädagogen ist nicht egal, betonen Experten.

Von Brigitte Warenski

Innsbruck –Kindergartenpädagoge oder -pädagogin: Für die neue Dekanin der Bildungswissenschaften an der Universität Innsbruck, Michaela Ralser, ist das Geschlecht von Pädagogen und Erziehern (die Tiroler Tageszeitung berichtete) „sekundär“.

Dem widerspricht der Innsbrucker Erziehungswissenschaftsprofessor Josef Christian Aigner: „Es braucht sehr wohl Männer, unter anderem in den Kindergärten. Eine Pädagogik, die versucht, den Faktor Geschlecht in der Praxis zu neutralisieren oder gar zu ignorieren, geht an der pädagogischen Realität vorbei.“

Auch Diplompsychologe Johannes Huber vom Uni-Forschungsteam „elementar“ stimmt Aigner aufgrund von Forschungsergebnissen zu: „Wenn Männer in diesen Positionen arbeiten, wirkt sich das nachweislich anregend für Mädchen, Buben und auch für die Teams in Kindergärten aus. Kindergärtnerinnen berichteten regelmäßig davon, wie durch einen pädagogisch versierten männlichen Kollegen die Dynamik einer ganzen Kindergruppe – und insbesondere der Buben – positiv ergänzt wurde.“

Die Verdächtigung, die Forderung nach mehr Männern in diesen Einrichtungen wolle nur traditionelle Geschlechterbilder verstärken, ist laut Aigner reine Gender-Ideologie. „Genauso verstärkt auch das krasse Überwiegen von Frauen in diesen Berufen die traditionellen Geschlechterbilder, nämlich dass Frauen (Mütter) für Erziehung und Sorge um die Kinder zuständig seien“, betont Bernhard Koch aus dem „elementar“-Team, der sich intensiv und in Kooperation mit dem Land Tirol um die Anwerbung von mehr Männern für den Kindergarten bemüht. „Den Geschlechterkampf auch noch in den Kindergarten und die Grundschule zu tragen, schadet einfach der Sache“, ist Aigner überzeugt.

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