Teheran weist Kritik an Auswahl von Kandidaten zurück

Beobachter sehen einen Versuch des Geistlichen Oberhaupts des Iran, einen ihm genehmen erzkonservativen Bewerber ins Präsidentenamt zu bringen.

Teheran/Paris/Washington - Die iranische Regierung hat Kritik der USA und Frankreichs an der Vorauswahl der Kandidaten für die Präsidentschaftswahl im Juni zurückgewiesen. Außenminister Ali Akbar Salehi sagte laut Medienberichten von Sonntag, der Iran sei „überaus sensibel“ gegenüber Einmischungen in seine inneren Angelegenheiten. Außenamtssprecher Abbas Araktshi sagte, die Wahlen im Iran seien „frei und transparent“ und entsprächen den nationalen „Gesetzen und Regelungen“. Der zuständige Wächterrat hatte am Dienstag bekannt gegeben, dass von den 686 Bewerbern für die Präsidentenwahl nur acht männliche Kandidaten zugelassen worden seien.

US-Außenminister John Kerry äußerte daraufhin am Freitag scharfe Kritik daran, dass „Hunderte von potenziellen Kandidaten auf Grundlage unklarer Kriterien“ von einem nicht gewählten Gremium ausgeschlossen wurden. „Der Mangel an Transparenz macht es sehr unwahrscheinlich, dass die Kandidatenliste einerseits den breiten Willen des iranischen Volkes repräsentiert und andererseits einen Wandel darstellt“, sagte Kerry. Der französische Außenamtssprecher Philippe Lalliot drängte seinerseits am Mittwoch die Machthaber im Iran, ihrem Volk die „freie Wahl“ seiner Führung zu erlauben.

Bei der Wahl am 14. Juni wird ein Nachfolger von Präsident Mahmoud Ahmadinejad gewählt, der nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten darf. Unter den acht zugelassenen Kandidaten sind fünf Ultrakonservative, zwei als gemäßigt Geltende und ein Reformer. Der ehemalige Präsident Akbar Hashemi Rafsanjani und der Ahmadinejad-Vertraute Esfandiar Rahim Mashaie wurden ausgeschlossen. Beobachter sehen darin einen Versuch des Geistlichen Oberhaupts des Iran, Ayatollah Ali Khamenei, einen ihm genehmen erzkonservativen Bewerber ins Präsidentenamt zu bringen. (APA/AFP)


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