Bischof von Aguntum kommt in sein erloschenes Bistum

Seit acht Jahren ist der Pole Romuald Kaminski Titularbischof von Aguntum. Mitte Juni besucht er die ehemalige Römerstadt erstmals.

Von Claudia Funder

Lienz –Die einzige Römerstadt Tirols ist nicht nur der kulturhistorisch wohl bedeutsamste Platz Osttirols. Aguntum gliedert sich auch in die kleine Schar der österreichischen Titularbistümer ein.

Bundesweit gibt es gerade einmal eine Hand voll dieser besonderen Sitze: Tiburnia, Lauriacum, Wiener Neustadt, Virunum und eben Aguntum. Denn auch längst untergegangene historische Diözesen verfügen über einen geweihten Bischof, auch wenn dieser seinen Sitz meist nur höchst selten oder gar nie zu Gesicht bekommt. „Es handelt sich um einen Ehrentitel. Der Vatikan bestimmt die Titularbischöfe der jeweiligen früheren Bistümer“, erklärt Leo Gomig, Obmann des Vereins „Curatorium Pro Agunto“, im Gespräch mit der TT.

Im Juni 2005 wurde Romuald Kaminski, Weih­bischof in Elk, von Papst Benedikt XVI. zum Titularbischof von Aguntum ernannt. Und es ist der Initiative Gomigs zu verdanken, dass der Pole in Kürze nach Osttirol kommt. Die Vorgänger Kaminskis, Bischöfe aus Köln und den USA, waren seines Wissens nie persönlich an ihrem Titularsitz.

„Ich habe Kontakt mit dem Tiroler Diözesanbischof Manfred Scheuer und dem Titularbischof aus Polen aufgenommen und beide nach Aguntum eingeladen“, erzählt Gomig. Scheuer war schon zweimal vor Ort, musste diesmal aufgrund einer Terminkollision absagen. Erwartet wird aber Romuald Kaminski, der bereits am Samstag, 15. Juni, bei der Firmung in Dölsach zugegen sein wird.

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„Am Sonntag, 16. Juni, wird der Titularbischof um 9.30 Uhr im Freigelände von Aguntum eine Feldmesse halten“, berichtet Gomig. Deutsch spricht der geistliche Würdenträger keines. „Er wird den Gottesdienst gemeinsam mit Pfarrer Bruno Decristoforo und Pfarrer Wieslaw Wesolowski gestalten.“ Bei Schlechtwetter wolle man in das Atriumhaus ausweichen, das rund 100 Personen Platz bietet. In räumlicher Distanz könnte aber auch eine Zeltplane aufgestellt werden.

Noch vor der Messe wird Leo Gomig Grußworte sprechen. Die musikalische Begleitung der Veranstaltung obliegt der Musikkapelle Dölsach. Nach der Feldmess­e kommen Gomig und der Bürgermeister von Dölsach, Josef Mair, zu Wort, bevor Referate zweier Grabungsleiter auf dem Programm stehen: Elisabeth Walde und Michae­l Tschurtschenthaler geben einen spannenden Einblick in die seit über 100 Jahren durchgeführten Grabungen in der einstigen Römerstadt.


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