Goldene Palme geht an Frankreich: „La vie d‘Adèle“ ausgezeichnet

Die „Goldene Palme“, der Hauptpreis des Filmfestivals von Cannes, geht in diesem Jahr an den französischen Film „La vie d‘Adele“ von Abdellatif Kechiche.

Der französische Film „La vie d‘Adele“ von Abdellatif Kechiche über die Liebe zweier lesbischer Frauen setzte sich in Cannes gegen 19 andere Filme durch.
© AFP

Cannes - Die Goldene Palme 2013 geht in diesem Jahr an den französischen Film „La vie d‘Adèle“ von Abdellatif Kechiche. Das gab die Jury am Sonntagabend zum Abschluss der 66. Festspiele in der südfranzösischen Stadt bekannt.

Kechiche legte mit diesem fast dreistündigen Film ein unglaublich stark gespieltes Porträt einer jungen Frau vor. Im Mittelpunkt steht die junge Adèle, die sich erst für Männer interessiert, bis Emma in ihr Leben tritt. Kechiche folgt Adèle, wie sie und Emma sich annähern, wie die beiden ein Paar werden, wie sie sich im Laufe der Jahre voneinander entfernen.

Universelle Geschichte einer großen Liebe

Faszinierend ist dabei vor allem die Hauptdarstellerin Adèle Exarchopoulos. Ungewöhnlich sind auch die langen, ausführlich gezeigten Sex-Szenen der beiden Frauen.

Doch trotz des Themas Frauenliebe legt Kechiche kein Werk vor, das sich als Film über ein lesbisches Paar zusammenfassen oder gar auf die Sex-Szenen reduzierten ließe, sondern vielmehr die universelle Geschichte einer großen Liebe erzählt.

Das internationale Festival von Cannes gilt als das wichtigste Filmfest der Welt. Im diesjährigen Wettbewerb hatten 20 Filme um die Preise konkurriert. Vorsitzender der Jury, der heuer auch Oscarpreisträger Christoph Waltz angehörte, war der amerikanische Regisseur Steven Spielberg.

Darstellerpreise für Berenice Bejo und Bruce Dern

Der zweitwichtigste Preis, der Große Preis der Jury, ging in diesem Jahr an „Inside Llewyn Davis“ von den amerikanischen Brüdern Ethan und Joel Coen. Den Regie-Preis bekam der Mexikaner Amat Escalante für seinen Film „Heli“.

Als beste Schauspielerin wurde Berenice Bejo („The Artist“) für ihre Rolle in „The Past“ des Iraners Asghar Farhadi ausgezeichnet, als bester Schauspieler Bruce Dern in „Nebraska“ des US-Regisseurs Alexander Payne. (dpa/APA)

Die wichtigsten Preisträger des 66. Festivals von Cannes:

- GOLDENE PALME: „La vie d‘Adèle“ von Abdellatif Kechiche (Frankreich)

- GROSSER PREIS DER JURY: „Inside Llewyn Davis“ von Ethan Coen & Joel Coen (USA)

- PREIS DER JURY: „Like Father, Like Son“ von Kore-Eda Hirokazu (Japan)

- BESTE SCHAUSPIELERIN: Bérénice Bejo in „The Past“ von Asghar Farhadi (Iran)

- BESTER SCHAUSPIELER: Bruce Dern in „Nebraska“ von Alexander Payne (USA)

- BESTES DREHBUCH: Jia Zhangke für „A Touch Of Sin“

- BESTE REGIE: Amat Escalante (Mexiko) für „Heli“

- GOLDENE PALME für den besten KURZFILM: „Safe“, Südkorea


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