Woipertouringer soll Vorbild für Tirol werden

Das EU-Projekt soll weiterhin im Brixental stattfinden. Nun sollen auch im Sommer Ruhezonen für das Wild ausgewiesen werden.

Kelchsau –Ins Schwärmen geraten ist Landesjäger­meister Anton Larcher über das Woipertouringer-Projekt des Vereins Netzwerk Naturraum Brixental. Zusammen mit Landesforstdirektor Josef Fuchs und weiteren Vertretern hat Larcher an der Präsentation des Projektes und am Lokal­augenschein in der Kelchsau teilgenommen.

„Soweit es in meinen Möglich­keiten steht, werde ich das Projekt massiv unterstütze­n“, erklärte Anton Larcher. Er sieht es als Vorzeigeprojekt für viele ander­e Regionen. So weiß Larcher auch, dass in einem Kanton der Schweiz die Jagd abgeschafft wurde und man feststellen musste, dass das auch nicht möglich ist, weil zu viele Schäden entstehe­n. Anfängliche Bedenken haben auch gezeigt, dass die Schweizer Hirsche nicht nach Vorarlberg zur Fütterung kommen, sondern umgekehrt die Vorarlberger Tiere in die Ruhezonen der Schweiz wander­n.

Und um die Schaffung solcher Ruhezonen geht es auch im Woipertouringer-Projekt, bei dem die erste Förder­periode – es handelt sich um ein EU-gefördertes Projekt – abgeschlossen ist. Vereinsobmann Paul Sieberer will aber unbedingt weitermachen. „Es wäre schade, wenn wir jetzt aufhören würden“, sagt er. War bisher der Schwerpunkt auf die Aktivitäten im Winter gerichtet, allem voran auf das Tourengehen, so soll nun die sportliche Nutzung der Berg­e und Wälder während des Sommers im Mittelpunkt stehen. Dabei geht es in erster Linie um das Thema Radfahren.

Dass man mit einem derartige­n Projekt viel Positives erreichen kann, das bestätige­n alle Beteiligten. So war die wildökologische Evaluierung ein wichtiger Bestandteil, denn aufgrund dieser Arbeit wurden Sperrgebiet­e ausgewiese­n und Routen festgelegt. Sogar der Alpenverein zeigte sich aufgrund dieser Erhebungen bereit, bisherige Toure­n von der Karte zu nehmen oder abzuändern. Die Bereitschaft aller Beteiligten, sich an eine­n Tisch zu setzen und über die Problematiken zu reden, führte letztendlich zum Erfolg des Woiper­touringer-Projekts. Landesforstdirektor Josef Fuchs meinte ab­schließend, dass das ganze Land ein derartiges Programm der Ziel- und Lösungsfindung brauche­n würde. (be)


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