Abbruchbescheid vollstreckt

Die Stadt Imst hat als nunmehriger Eigentümer eine jahrzehntealte Bauruine abgerissen. Das Grundstück wird begrünt und dient als Reserve für die Feuerwehr.

Von Alexander Paschinger

Imst –Für Reisende auf der Imster Umfahrung galt es schon als geheimes Wahrzeichen der Stadt Imst: Oberhalb der Feuerwehr protzte seit Jahrzehnten das so genannte Unsinn-Haus. Anfang der 70er-Jahre aufgemauert, wurde der Rohbau niemals fertig gestellt. Die Jahre zogen ins Land, das Gebäude wurde zum Erbfall und die große grau-rötliche Bauruine trotzte dem Verfall.

Was Wind und Wetter nicht schafften, das besorgte in den vergangenen Tagen ein Bagger: Das Gebäude wurde nämlich abgerissen. Die Stadt hatte im Laufe der vergangenen Jahren immer mehr Anteile des Hauses erworben, seit heuer gehört es zur Gänze Imst.

Und damit konnte auch ein Abbruchbescheid, der noch vom damaligen Bürgermeister Gerhard Reheis unterzeichnet worden war, vollstreckt werden. „Mein Gott, ich kann mich immer schon an den Rohbau erinnern“, meint der nunmehrige Stadtchef Stefan Weirather, „kann gut sein, dass mich meine Eltern im Kinderwagen schon daran vorbeigeschoben haben“, meint der 45-Jährige augenzwinkernd.

Tatsache ist, dass das Gelände künftig eine entscheidende Rolle für die Feuerwehr spielen könnte: „Wir nähern uns der 10.000-Einwohner-Grenze – wenn die Feuerwehr erweitern muss, dann haben wir unmittelbar angrenzend ein geeignetes Grundstück“, erklärt Weirather den Kauf, der schon seit Jahren immer wieder den Gemeinderat beschäftigt hatte. Vorerst wird allerdings das Gebäude abgetragen und das als Bauland gewidmete Grundstück begrünt.

Daneben gibt es aber noch ein anderes Gebäude, für das Reheis einst schon den Abbruchbescheid unterschrieben hatte: jenes Hotel in Hoch-Imst, das allerdings niemals bezogen worden war. Hier geht es um die Frage, ob es sich laut Tiroler Bauordnung um ein fertig gestelltes Haus handelt oder nicht. „Wir haben lange nach einem Gutachter gesucht, der uns die Frage beantworten kann“, erklärt Weirather. Auf jeden Fall brauche es hier eine externe Expertise, denn leicht sei diese Bausituation nicht zu bewerten. Selbst die Abteilung des Landes sprach erst von einem Rohbau und verlangte nun doch ein Gutachten.


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