Lech-Sonderabgeltung läuft aus

Das Sonderförderprogramm des Landes Tirol brachte einen deutlichen Schub in Richtung Naturparktourismus. Schon 7,8 Millionen Euro sind ausbezahlt.

Von Helmut Mittermayr

Reutte, Elmen –Mit einem eigenen Sonderförderprogramm versuchte das Land Tirol die damalige Kritik vieler Einheimischer an der Natura-2000-Ausweisung weiter Teile des Lechtals ins Positive umzudeuten und einen Entwicklungsschub auszulösen. Nach neun Jahren sind bereits rund 90 Prozent der 10,9 Fördermillionen für insgesamt 191 Projekte gebunden. Davon wurden bereits 7,8 Mio. Euro ausbezahlt. Die damit ausgelösten Investitionen liegen bei rund 24 Millionen Euro. Oberstes Programmziel ist die wirtschaftliche Entwicklung der Naturparkregion im Einklang mit den Zielen des Naturschutzes.

Gegen Ende der 10-jährigen Laufzeit lässt sich ein deutlicher Schub in Richtung Naturparktourismus erkennen. „Produkte wie Lechweg, Hängebrücke Holzgau, Lechradweg oder Erweiterung der Geierwally-Freilichtbühne gäbe es ohne Entwicklungsprogramm nicht. Bei all diesen Produkten spielt die einzigartige Landschaft eine zentrale Rolle“, ist sich Egon Brandhofer, TVB-Obmann und Bacher Bürgermeister, sicher. „Auch die Naturausstellung auf Ehrenberg und das Naturparkzentrum auf der Klimmbrücke werden in einem erheblichen Ausmaß über dieses Programm finanziert“, ergänzt Brandhofer.

Besonders gut angenommen wurde der Förderschwerpunkt zur Qualitätsverbesserung kleiner Beherbergungsbetriebe und Privatzimmervermieter. Hier stehen 91 Projekte mit einem Investitionsvolumen von rund 3,2 Millionen zu Buche. Die dafür gewährten Förderungen belaufen sich auf 345.000 €. 68 Prozent dieser Projekte entfallen auf das oberste Lechtal. Spitzenreiter ist die Gemeinde Holzgau mit 27 Vorhaben, was einem in etwa einem Drittel aller bewilligten Anträge entspricht.

„Für eine gesamthafte touristische Entwicklung sind aber auch qualitativ hochwertige Betten im mittleren Abschnitt der Naturparkregion notwendig. Wichtig ist auch, dass sich die Betriebe an der Umsetzung unserer Tourismusstrategie beteiligen: Naturparktourismus, Wandern und Radfahren sowie speziell im oberen Lechtal Wintertourismus“, resümiert Brandhofer. Als Vorzeigebeispiel nennt er das Haus „Casa Genoveva“ in Elmen. Die Familie Grüning übersiedelte 2011 aus dem Raum Köln ins Lechtal und integrierte zwei Appartements in ihren Neubau. Dafür gab es eine Förderung von 5000 Euro. Das Haus „Casa Genoveva“ ist sowohl ein Naturparkpartnerbetrieb als auch ein Lechweg-Partner. Es ist nach den Richtlinien des Privatzimmervermieterverbandes klassifiziert und auf mehreren Buchungsplattformen gelistet. Man hat zudem einen Teilzeitarbeitsplatz für einen Menschen mit Behinderung geschaffen. Der Erfolg gibt ihnen Recht. Bereits im zweiten Jahr der Vermietung ist man bis Oktober so gut wie ausgebucht. Die beiden Neo-Lechtaler fühlen sich in Elmen sehr gut integriert. Klaus Grüning spielt Klarinette in der Musikkapelle und seine Frau Genoveva leitet den Kirchenchor. Ist kein Apparte­ment mehr frei, vermittelt man die Gäste an andere Vermieter in Elmen.

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