Tod auf BBT-Baustelle: Prozess in Innsbruck erneut vertagt

Im April 2011 war ein Arbeiter mit einer Straßenwalze abgestürzt. Nun müssen sich vier Personen wegen fahrlässiger Tötung unter besonders gefährlichen Verhältnissen verantworten.

Landesgericht Innsbruck.
© TT/Böhm

Innsbruck – Der Prozess um den tödlichen Absturz des Fahrers einer Straßenwalze auf der Baustelle des Brennerbasistunnels setzt sich heute am Landesgericht ganztägig fort. Vier Personen müssen sich dabei wegen fahrlässiger Tötung unter besonders gefährlichen Verhältnissen verantworten.

Im April 2011 stürzte an einem Vormittag eine Straßenwalze bei der Zufahrtsstraße zur Baustelle am Brennerbasistunnel im Steinacher Ortsteil Plon bei Asphaltierungsarbeiten rund 50 Meter in ein Waldstück ab.

Laut damaligen Augenzeugen war die Walze ins Rutschen geraten. Der Lenker habe noch versucht, das Abdriften von der Fahrbahn zu verhindern. Beim Opfer handelte es sich um einen 48-jährigen Türken, der im Bezirk Innsbruck-Land ansässig war. Der Tote musste damals von der Feuerwehr geborgen werden. Der Bauarbeiter hatte im Zuge des Absturzes der Walze massive Schädelverletzungen erlitten.

Mehrere Zeugenaussagen aus dem Bereich des Bauwesens ließen am Montag schon am Vormittag aufhorchen. So wollten in der täglichen Praxis Stehende wie Vorarbeiter und Bauleiter von den anklagegegenständlichen Sicherheitsvorkehrungen nichts wissen. Ein seit 15 Jahren tätiger Bauleiter: „Dass vor der Asphaltierung einer Straße schon die Leitplanken gesetzt wurden, ist mit noch nie untergekommen.“ Auch sei eine Befestigung einer Straßenwalze mittels Seil straßenbautechnisch gar nicht umsetzbar. Für die damals tätige Baufirma sei der Baustellenabschnitt zum Brennerbasistunnel eine Baustelle wie jede andere ohne weitere erkennbare Gefahren gewesen. Aufgrund des Unglücks nehme man die Warnpflichten gegenüber den Auftraggebern jetzt jedoch ernster.

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Auf die Frage nach einer konkreten Umsetzung konnte der Bauleiter jedoch nur antworten, dass es seither keinen vergleichbaren Fall mehr gegeben habe und man eigentlich vorgehe wie gewohnt.

Prozess auf September vertagt

Nach Einvernahmen weitere Zeugen und eines Bausachverständigen, welcher sich laut Arbeitnehmerschutzvorschriften für eine stärkere Kontrolle solcher Baustellen auf allfällige Gefahrenpotenziale ausgesprochen hatte, wurde der Prozess erneut zur Einvernahme weiterer Zeugen auf den 26. September vertagt. (fell)


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