Krise halbierte Banker-Boni, Prämien für Tiroler Chefs

Die umstrittenen Banker-Boni sind in Österreich seit der Krise teils um 50 Prozent gesunken. Prämien fließen auch bei den Tiroler Instituten.

Wien, Innsbruck –Die Bankenkrise der letzten Jahre hat sich auf die Bonuszahlungen der österreichischen Banker deutlich ausgewirkt. Im Vergleich zu 2011 sind Boni im Investmentbanking und Vertrieb um mehr als die Hälfte gesunken. Im Gegenzug wurde Personal aufgestockt und die Grundgehälter im Rechnungswesen, Controlling und Risikomanagement – insbesondere bei Führungskräften – überdurchschnittlich stark erhöht. Verantwortlich dafür sind in erster Linie die höheren Anforderungen der Aufsicht. Die Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen bei gleichem Job und gleicher Qualifikation können aber bis zu 20 Prozent betragen. Das ist das Ergebnis der österreichweiten Bankengehaltsstudie des Beratungsunternehmens Deloitte.

„Die starke Reduktion der variablen Zahlungen – bis zu minus 60 % – zeigt, dass die Regulatorien den hohen Boni ein Ende bereitet haben“, so Deloitte-Österreich-Partnerin Gundi Wentner. Variable Zahlungen wurden demnach nicht nur reduziert, sondern auch an weniger Mitarbeiter vergeben.

In der Tiroler Bankenszene werden Boni unterschiedlich gehandhabt. Im Vorstand der Raiffeisen Landesbank Tirol ist der Anteil der Bonuszahlungen im Vorjahr unverändert geblieben. „Der variable Gehaltsanteil der Mitglieder des Vorstandes der Raiffeisen Landesbank Tirol liegt unter 30 % und ist gegenüber dem Vorjahr unverändert geblieben. Beim Fixgehaltsanteil hat es lediglich eine Index­anpassung gegeben“, teilt die RLB Tirol mit. Bei der Tiroler Sparkasse Innsbruck-Hall gebe es generelle Bonuszahlungen seit Jahren nicht mehr, teilt die Bank mit. Nur punktuell gebe es Boni etwa im Ausmaß von einem Monatsgehalt, wenn Mitarbeiter ein bedeutendes Geschäft abschließen.

Bei der BTV (machte auch im Vorjahr den höchsten Gewinn aller Tiroler Banken) können laut Vorstandssprecher Peter Gaugg alle Mitarbeiter zu einer Erfolgsprämie bei Erreichen von Zielen kommen. Diese Prämie mache bis zu einem Monatsgehalt aus. Vorstände könnten auf bis zu 25 % der Gage bzw. maximal 30.000 Euro kommen. Man liege überall innerhalb des Rahmens, sagt Gaugg. Prämien für Führungskräfte und Mitarbeiter seien jedenfalls positiv, wenn es gute Ergebnisse und zufriedene Kunden gibt.

Boni zahlt auch wieder die landeseigene Hypo Tirol Bank aus, die im Vorjahr nach dem Rekordverlust von 2011 in die Gewinnzone zurückgekehrt ist. Das bestätigt Aufsichtsratschef Wilfried Stauder, der aber ebenso keine konkreten Zahlen nennen will. Man liege bei den Boni innerhalb des von der Finanzmarktaufsicht vorgegebenen Rahmens von maximal 25 %. (va, mas)


Kommentieren


Schlagworte