Ramadan für 40.000 Muslime in Tirol

Der Fastenmonat ist im Islam mehr als nur der Verzicht von Essen am Tag. Auch die Jugend hält sich daran.

Wien, Innsbruck –Tagsüber nichts essen, nichts trinken, keine Zigarette rauchen und auch kein Geschlechtsverkehr – einen Monat lang verzichten rund eine Milliarde Muslime in aller Welt auf leibliche Genüsse. Der Ramadan hat begonnen.

„Die Menschen sollen sich von ihren schlechten Seiten, von schlechtem Benehmen, von schlechten Wörtern befreien“, erklärt Burhan Türkmen, der Vorsitzende der Islamischen Glaubensgemeinschaft von Tirol, eines der Ziele des Ramadan. Durch das Fasten verstehe man auch die Armen, die sich nichts zu essen leisten können besser. Und Allah werde gezeigt, dass man seinen Befehlen folge. Nach islamischer Überlieferung hat Allah um 610 in einer Nacht im Ramadan seinen Propheten Mohammed das erste Mal den Koran offenbart.

17 bis 18 Stunden lang, ab dem Sonnenaufgang ist jede Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme verboten. Während des Ramadan sollen die ca. 40.000 Muslime Tirols zudem durch Moscheenbesuche und Koranrezitationen ihren Glauben bezeugen und Opfergaben bringen.

Kinder vor der Pubertät, Schwangere, Schwerkranke sind vom Fasten ausgenommen. Der Vorsitzende der Islamischen Glaubensgemeinschaft Tirol sieht eine hohe Beteiligung auch von Seiten der Jugend. „Den jungen Menschen wird das in der Familie vorgelebt. Wir von der Glaubensgemeinschaft schätzen, dass 85 Prozent sich aktiv beteiligen“, sagt Burhan Türkmen.

Die letzten zehn Nächte des Fastenmonats gelten als besonders heilig. Eine von ihnen heißt in Erinnerung an die Offenbarung Mohammeds „Nacht der Bestimmung“ (Leilat al-Qadr), nach der auch die 97. Sure (Kapitel) des Koran benannt ist.

Nach Sonnenuntergang, „wenn ein weißer Zwirn nicht mehr von einem schwarzen zu unterscheiden ist“, werden Datteln und Wasser gereicht. Danach folgt das Nachtgebet, das länger als gewöhnlich ausfallen sollte. In der Nacht versammeln sich die Gläubigen häufig zu einem gemeinsamen Essen.

Der Ramadan endet am 27. Tag mit dem Freudenfest. Burhan Türkmen weist auf den Zusammenhalt aller Muslime hin: „Bei den Festen ist es egal, ob du ein türkischstämmiger Muslim, ein Bosniake oder ein afrikanischer Muslim bist. Wir feiern zusammen, wir sind alle Brüder.“ (chris, APA)


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