Federspiel wird neuer FPÖ-Vize

Der designierte Tiroler FP-Chef Markus Abwerzger hofft beim Landesparteitag am Freitag auf ein Ergebnis von 70 Prozent.

Von Peter Nindler

Innsbruck –Zwei Monate nach der Landtagswahl kommt es am Freitag zum Führungswechsel in der Tiroler FPÖ, die bei der Landtagswahl am 28. April drei Prozent verloren hat. Nach heftigen innerparteilichen Querelen entschloss sich Langzeit-Obmann und Klubchef Gerald Hauser zum Rückzug. Er wird am 29. September bei den Nationalratswahlen kandidieren. Der vom Parteivorstand einstimmig zum Nachfolger vorgeschlagene Innsbrucker FP-Chef Markus Abwerzger sieht keinen Richtungsstreit in der Partei, „sondern es gab Zwistigkeiten zwischen einzelnen Persönlichkeiten und Querschüsse von außen“.

Dass sich die Streitigkeiten auf sein Wahlergebnis beim Parteitag niederschlagen könnten, davon geht Abwerz-ger nicht aus. Trotzdem wäre er schon mit einem Ergebnis von 70 Prozent zufrieden. 230 Delegierte werden abstimmen. „Von meinen Bezirksbesuchen habe ich eine positive Stimmung mitgenommen.“ Die Partei möchte er breiter aufstellen, Arbeitnehmer und freiheitliche Wirtschafts­treibende stärker in die Partei einbeziehen. Der Landesparteivorstand wird zudem erweitert, ihm sollen künftig alle Tiroler Mandatare auf Landes- und Bundesebene angehören.

Die Nationalratswahl bezeichnete Abwerzger nicht als erste Bewährungsprobe, „da steht Bundesparteiobmann HC Strache zur Wahl“. Er hoffe natürlich auf ein gutes Ergebnis. Neben Peter Wurm und Gerald Hauser könnte NR Carmen Gartelgruber über die Bundesliste in den Nationalrat einziehen. 2008 erreichte die Tiroler FPÖ bei der Nationalratswahl zwei Mandate.

In die Führungsspitze der Partei wird LA Rudi Federspiel zurückkehren. „Er wird einer meiner fünf Stellvertreter“, sagt Abwerzger. Mit Federspiel dürfte der neue Parteichef künftig eng zusammenarbeiten. Denn das FPÖ-Urgestein wird nach dem Wechsel von Gerald Hauser in den Nationalrat diesen als Klubchef beerben. Um auch landespolitisch präsent zu sein, wird Abwerzger an allen Klubsitzungen teilnehmen.

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Der scheidende Parteiobmann Gerald Hauser zieht indessen eine positive Bilanz. „Ich war neun Jahre lang Parteichef und habe bis auf die Landtagswahl im April alle Wahlen gewonnen.“ Nach der Niederlage habe er die Konsequenzen gezogen. „Für mich stand und steht die Sachpolitik im Vordergrund“, sagt Hauser, der auch Bürgermeister von St. Jakob im Defereggen ist. Die bürgerlich-freiheitliche Politik wolle er im Nationalrat fortsetzen. Abwerzger war Hausers Wunschkandidat als Nachfolger.


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