Strandbar am Marktplatz scheidet die Geister

Betreiber Josef Peer möchte eine Zusage für mindestens fünf Jahre. Die Stadt Innsbruck will sich den Standort Marktplatz offenhalten.

Von Dominic Dapré

Innsbruck –Mit dem Sommer verbindet man in Großstädten vor allem drückende Hitze, schwitzende Menschen und glühende Straßen. Da käme für viele eine Strandbar gerade recht. Umso verwunderlicher, dass heuer statt der urbanen Urlaubsinsel grauer Asphalt am Marktplatz vorherrscht. Die Verantwortlichen schieben sich gegenseitig den Schwarzen Peter zu, eine Einigung in naher Zukunft scheint unwahrscheinlich. „Die Stadt Innsbruck hat den Genehmigungsprozess merklich erschwert, außerdem war die Konkurrenz durch den Boulder-Weltcup zu groß“, zeigt sich Strandbar-Betreiber Josef Peer resigniert. Die Gewerbebehörde verlange die Anmeldung der Strandbar neuerdings als Gastwirtsbetrieb. Der daraus entstehende Genehmigungsprozess sei weitaus aufwändiger als der für eine einfache Veranstaltung. „Unter der Bedingung, dass wir eine Zusicherung des Platzes und des Zeitraums für die nächsten fünf Jahr bekommen, kann ich mir eine Fortführung der Strandbar vorstellen“, fordert Peer.

Seitens der Stadt will man von einer solchen Zusicherung nichts wissen. „Für Events gibt es Prioritäten. Dieses Jahr hatte der Boulder-Weltcup Vorrang“, erklärt Christian Kapferer von der Abteilung Wirtschaft und Tourismus im Stadtmagistrat Innsbruck. Die Frühlingsmonate bilden das Kerngeschäft der Strandbar, der Boulder-Weltcup fand Mitte Mai statt. Eine Eröffnung in der zweiten Maihälfte hätte ein hohes wirtschaftliches Risiko bedeutet.

Indes sieht Bernhard Vettorazzi, Geschäftsführer vom Innsbrucker Stadtmarketing, den Hauptgrund für das Ausbleiben der Veranstaltung beim Betreiber. „Der organisatorische und finanzielle Aufwand ist ihm über den Kopf gewachsen“, meint Vettorazzi. Josef Peer selbst sieht die Zukunft der Strandbar am Marktplatz unter keinem guten Stern. Auch 2014 dürfte sie, dann wegen der Fußball-WM, wegfallen. Endgültig aufgeben will Peer aber nicht.


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