Der mysteriöse Tod des Tiroler Star-Gastronoms Gebhard Bucher

Gebhard Bucher war der Frankfurter VIP-Koch, verköstigte in der Finanzmetropole alles, was Rang und Namen hatte. Nun ist er unter tragischen Umständen ums Leben gekommen. Der Transport von Trockeneis in seinem Auto verlief offenbar tödlich.

Wiesbaden – Am Ende war es vermutlich sein unermüdlicher Arbeitseinsatz, der dem Tiroler Promi-Gastronom Gebhard Bucher das Leben kostete. „Ich verlange zwar viel, aber ich lebe das auch vor“, hatte Bucher einmal gesagt. Und deshalb überraschte es wohl kaum jemanden in seiner persönlichen Umgebung, dass er sich am Samstag in seinen Audi setzte, um höchstpersönlich Trockeneis zu transportieren. Was ihm zum Verhängnis wurde.

Bucher wollte Eiswürfel zum Schloss Johannisberg, wo ein Sommerfest stattfand, bringen. Zusammen mit Mitarbeitern seines Restaurants „Käfers“ im Kurhaus Wiesbaden belud er seinen Audi A6 Avant. Um die Eiswürfel in der Hitze möglichst unbeschadet an ihren Bestimmungsort zu bringen, wurde noch kräftig Trockeneis in die Behälter gepackt.

Kurze Fahrt in den Tod

Der Manager, der in Innsbruck seine Ausbildung begonnen hatte, fuhr los, kam aber nicht weit. Schon nach rund 300 Metern stellte Bucher sein Fahrzeug in einer Parkbucht ab. Er sollte aber nicht mehr aussteigen.

Trockeneis wird aus verflüssigtem Kohlenstoffdioxid hergestellt. Aus einem undichten Behälter entkam das Gas, füllte den Innenraum des Autos. Bucher hatte die Klimanalage angeschaltet und daher alle Fenster fest verschlossen. Das Auto wurde in Folge zur Todesfalle. Die Luft enthält normalerweise in etwa 0,05 Prozent Kohlendioxid. In höheren Konzentrationen wird das Gas allerdings schädlich. Ab 8 bis 10 Prozent Anteil in der Luft wird es gefährlich – auch weil Kohlendioxid in geschlossenen Räumen den Sauerstoff verdrängt und dabei aber völlig geruchsfrei ist. Dass Bucher nach wenigen Metern mit dem Auto bereits körperlich reagierte, deutet darauf hin, dass die Konzentration des Gases im Innenraum extrem hoch gewesen sein musste. Vermutlich versagte der Atemanreiz, gefolgt von Atemstillstand und Bewusstlosigkeit noch bevor der 58-Jährige die Türen seines Autos öffnen konnte.

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Passanten entdeckten den Toten

Am frühen Abend wurde Gebhard Bucher von Passanten entdeckt. Der Notarzt konnte aber nur noch den Tod feststellen. Die Obduktion am Montag ergab, dass der Gastronom erstickt ist. Und auch wenn die Ergebnisse des toxikologischen Gutachtens, das in Auftrag gegeben worden war um der vorerst mysteriösen Todesursache auf den Grund zu gehen, ausstehen: Die Polizei geht davon aus, dass das Trockeneis tatsächlich Auslöser war. „Hinweise auf ein Verschulden oder eine Verantwortlichkeit Dritter konnten bisher nicht in Erfahrung gebracht werden“, erklärt Markus Hoffmann von der Polizei Wiesbaden der Online-Ausgabe von Wiesbaden Aktuell.

Gebhard Bucher führte zuletzt als Geschäftsführer zahlreiche Betriebe im Rhein-Main-Gebiet in Deutschland, etwa in der Alten Oper in Frankfurt, am Frankfurter Flughafen und auf Schloss Johannisberg im Rheingau.

Erfolg nach der Ausbildung in Innsbruck

Der 1954 geborene Manager sammelte nach seiner Ausbildung in Innsbruck unter anderem Berufserfahrung in Südafrika, London, Genf und München. Später war der Hotelbetriebswirt im Management großer Hotels im Rhein-Main-Gebiet tätig.

Seine Frau Martina leitet den „Kuffler & Bucher“-Betrieb KuBu in Frankfurt am Main. Neben ihr hinterlässt Bucher zwei erwachsene Söhne und eine Tochter.

Bucher galt als der VIP-Koch der Region. Gemeinsam mit Gerd Käfer, Roldand Kuffler und John Jahr war er an weiteren Betrieben beteiligt. Insgesamt schuf der Promi-Gastronom Arbeitsplätze für zuletzt mehr als 500 Festangestellte und für Hunderte von Aushilfskräften. (tt.com, APA)


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