Abend der jungen Talente

Erl – Die Tiroler Festspiele Erl sind Bühne für arrivierte Stars und junge Talente. Speziell im Bereich der Kammerkonzerte gilt es, immer wi...

Erl –Die Tiroler Festspiele Erl sind Bühne für arrivierte Stars und junge Talente. Speziell im Bereich der Kammerkonzert­e gilt es, immer wieder hoffnungsvolle, junge Musiker zu entdecken. Kammermusik 1 am Montag in der Pfarrkirche Erl war ein Abend der Entdeckungen. Bereits vor zwei Jahren zu Gast, war es der junge, überaus talentierte Harfenist Antonio Ostuni, der einmal mehr mit betörender Virtuosität und aller musikalischer Intensität in die Saiten griff. Mit Giulina Bellingeri (Geige) und Francesca Salvemini (Flöt­e) an seiner Seite durfte man die Sonate für Flöte und Harfe von Nino Rota, die Suite für Flöte und Harfe op. 6 von Eugéne Aynsley Goosens, Jaques Iberts Deux Interludes für Violin­e, Flöte und Harfe, die Sonate für Violine und Harfe in c-Moll von Louis Spohr sowie die Fantasie für Violone und Harfe in A-Dur op. 124 von Camille Saint-Saëns erleben.

Nino Rota, Haus- und Hofkomponist der Filmemacher Fellini und Visconti, seine Sonate wehmütig, sehnsuchtsvoll dahinplätschernd, klingt nach „die gute alte Zeit, wo ist sie denn geblieben“. Rota nicht wirklich fordernd, ging es erst mit Goosens wirklich zur Sache. Das klang dann schon nach Klangsphären französischer Natur, die Flöte nicht mehr schulmäßig, sondern flexibel zupackend.

Mit Ibert und Saint-Saëns war das Trio dann, aller Nervosität entledigt, ganz in sich, beim wahren Musizieren angekommen: sinnliche Verführung, der Ton der Flöte klar fokussierter, mit dem Touch des Erotischen. Die Geig­e hörte man mit durchaus differenzierter Artikulation, mit vielfältigen emotionalen Schattierungen, die Harfe einmal mehr alle Klangspektren auslotend. (hau)

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