VW schafft Verkaufsrekord trotz Absatzeinbruchs in Europa

Der ungebremste Hunger nach Fahrzeugen in China treibt das Wachstum der VW-Kernmarke Volkswagen auf ein Rekordniveau. Und das trotz teils großer Einbußen in Europa und Amerika.

Stuttgart – Europas größter Autobauer VW hat trotz des Einbruchs der europäischen Märkte im ersten Halbjahr so viele Neuwagen seiner Kernmarke Volkswagen verkauft wie nie zuvor.

Die Auslieferungen kletterten von Januar bis Juni weltweit um 4,4 Prozent auf 2,91 Millionen Autos, wie der Wolfsburger Konzern am Dienstag mitteilte. Damit setzten sich die Niedersachsen klar vom angeschlagenen Konkurrenten PSA aus Frankreich ab, der in der ersten Jahreshälfte 2013 mit 1,46 Millionen Neuwagen knapp zehn Prozent weniger Pkw losschlug als vor Jahresfrist.

Die volle Wucht der Krise in Europa

Beide Autobauer bekommen die schrumpfende Nachfrage nach neuen Autos in den meisten europäischen Ländern im Zuge der Staatsschuldenkrise mit voller Wucht zu spüren.

VW profitierte jedoch stärker als die Franzosen vom ungebremsten Autohunger in China: Die Marke Volkswagen lieferte in den Monaten Januar bis Juni im Reich der Mitte mit 1,17 Millionen Autos gut 19 Prozent mehr Fahrzeuge an die Kunden aus.

TT-ePaper gratis testen und 5 x 1.000 € Geburtstagsgeld gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Jetzt testen
TT ePaperTT ePaper

PSA verkaufte in China im ersten Halbjahr zwar ein Drittel mehr Pkw der Marken Peugeot und Citroen als vor Jahresfrist, der Absatz blieb mit 278.000 Fahrzeuge aber weit hinter Volkswagen zurück.

Golf treibt Geschäft weiter an

Vertriebschef Christian Klingler führte den Absatzrekord der Marke Volkswagen vor allem auf das neue Modell des Kassenschlagers Golf zurück.

Der geräumigere Golf Variant werde weitere Impulse beim Verkauf setzen, stellte der Manager in Aussicht. „Ganz klar ist aber auch, die Herausforderungen auf den schwierigen Weltmärkten, insbesondere aber die erheblichen Unsicherheiten in Europa werden uns auch im zweiten Halbjahr maßgeblich begleiten“, mahnte der Vertriebschef.

Absatzprobleme in Europa, den USA und Südamerika

In Europa verkaufte Volkswagen in den ersten sechs Monaten nur 843.600 Neuwagen, sieben Prozent weniger als vor Jahresfrist. Noch etwas stärker schrumpften die Verkaufszahlen in Deutschland mit minus 8,5 Prozent.

Einen Dämpfer mussten die Wolfsburger auch in den USA einstecken: Dort verkaufte Volkswagen im ersten Halbjahr mit 206.800 Pkw ein Prozent weniger Neuwagen.

In Südamerika kamen die Autos der Marke Volkswagen ebenfalls schlechter an als im Vorjahr, vor allem in Brasilien sackten die Verkaufszahlen deutlich um sieben Prozent ab.

Maßnahmen bei Tochter Seat

Schlechter geht es hingegen dem VW-Sorgenkind, der spanischen Tochter Seat. Diese will aufgrund der schwierigen Lage auf Europas Automärkten die Produktion drosseln. Wie das Unternehmen dem Betriebsrat mitteilte, sollen von September bis Dezember in den Werken in Martorell und Barcelona nach einem Rotationsprinzip täglich bis zu 571 Beschäftigte daheimbleiben. Zudem soll in dieser Zeit an einem Montageband, an dem 2800 Mitarbeiter tätig sind, die Produktion an 16 Tagen ruhen.

Ein anderes Band mit 3800 Arbeitern soll im kommenden Jahr an 35 Tagen stillstehen. Mit diesen Maßnahmen könnten die Arbeitsplätze für die gesamte Belegschaft erhalten werden, betonte Seat. Der spanische Automobilproduzent gilt als das Sorgenkind des VW-Konzerns. (dpa, Reuters)


Kommentieren


Schlagworte